Was braucht es, damit aus einem Talent eine Erfolgsgeschichte wird? Fachliches Können, persönliches Engagement und ein Umfeld, das individuelle Stärken gezielt fördert.
Wie erfolgreich dieses Zusammenspiel sein kann, zeigt unsere Inklusionsgestützte Erstausbildung (IngE) des BTZ am BFW: Bereits zum vierten Mal hat die IHK zu Leipzig diese als „ausgezeichnet“ bewertet, in diesem Jahr konkret die Ausbildung zum/zur Fachinformatiker*in mit der Fachrichtung Anwendungsentwicklung. Ein Erfolg, der uns besonders stolz macht und besonders die Menschen hinter dieser Leistung würdigt.
Ein besonderer Abend voller Erfolgsmomente
Im festlichen Rahmen nahm Ausbilderin Stephanie Hieke im FELIX Club die Urkunde für die ausgezeichnete Ausbildungsqualität entgegen.
Sie begleitet die IngE-Ausbildung zum/zur Fachinformatiker (m/w/d) in den Fachrichtungen Anwendungsentwicklung und Systemintegration und unterstützt die Auszubildenden dabei, ihre fachlichen Fähigkeiten und persönlichen Stärken weiterzuentwickeln. Jedes Jahr starten rund 3-5 Teilnehmende ihre Inklusionsgestützte Erstausbildung in diesem Bereich.
Doch an diesem Abend gab es noch einen weiteren Grund zur Freude.
Beste Fachinformatiker im Kammerbezirk Leipzig
Ein ganz besonderer Moment des Abends gehörte M. Gerstenhauer: Der frischgebackene Fachinformatiker wurde als bester Absolvent mit der Fachrichtung Anwendungsentwicklung im Kammerbezirk Leipzig ausgezeichnet. Seine herausragende Leistung zeigt, was mit Engagement, fachlicher Kompetenz und der passenden Unterstützung möglich ist.
Doch was steckt hinter dieser Erfolgsgeschichte? Wie hat er die Ausbildung erlebt? Welche Herausforderungen hat er gemeistert, und was hat ihm auf seinem Weg besonders geholfen? Im Interview berichtet M. Gerstenhauer über seine Erfahrungen und seinen Weg zum ausgezeichneten Fachinformatiker.
Individuelle Förderung als Schlüssel zum nachhaltigem Ausbildungserfolg
Solche Erfolgsgeschichten entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis einer Ausbildung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Die Inklusionsgestützte Erstausbildung geht dabei weit über die reine Vermittlung von Fachwissen hinaus. Unser Team aus Sozialpädagoginnen, Ausbilderinnen und Ausbildern, Psycholog*innen, Ärzten, Sport- und Ergotherapeutinnen begleitet die Teilnehmenden nicht nur auf ihrem beruflichen, sondern auch auf ihrem persönlichen Weg. Im Fokus stehen immer die individuellen Stärken, Bedürfnisse und Entwicklungsmöglichkeiten jedes Einzelnen.
Unser Ziel ist es, Menschen nicht nur erfolgreich durch ihre Ausbildung zu begleiten, sondern ihnen auch langfristige Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen.
Die vierte Auszeichnung durch die IHK Leipzig und die Ehrung unserer besten Absolventen zeigen, was durch individuelle Förderung, engagierte Begleitung und eine inklusive Ausbildung möglich wird.
Darauf sind wir stolz. Und wir freuen uns auf viele weitere Erfolgsgeschichten!
Über 50 Sozialarbeiter*innen kamen am 28. Oktober 2026 zum 3. Sozialarbeiter*innen-Tag ins BFW Leipzig, um sich mit den Chancen und Herausforderungen digitaler Medien auseinanderzusetzen.
Unter dem Titel „Zwischen Orientierung und Manipulation. Wie digitale Medien junge Menschen beeinflussen“ bot die Fachveranstaltung spannende Einblicke in die aktuelle Forschung und mögliche Gefahren im Umgang mit sozialen Medien wie Desinformation, Manipulation aber auch Männerbildern.
Männerbilder im Netz: Auf der Suche nach Orientierung
Den ersten Fachvortrag hielt Dr. phil. Maya Götz, Medienwissenschaftlerin und Medienpädagogin sowie Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) beim Bayerischen Rundfunk. Unter dem Titel „Manosphere – Junge Männer auf der Suche nach Orientierung im digitalen Raum“ stellte sie ihre Forschungsergebnisse zu Geschlechterbildern und Werten in sozialen Medien vor.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie digitale Inhalte die Vorstellungen junger Männer von Männlichkeit, Beziehungen und gesellschaftlichen Rollen beeinflussen und wie sich demokratische Werte und eine kritische Haltung gegenüber Gewalt gegen Mädchen und Frauen stärken lassen.
An dieser Stelle kommt die sogenannte Red-Pill-Ideologie ins Spiel. In Anlehnung an den Film Matrix (1999) wird dabei suggeriert, Männer könnten durch das „Erkennen der Wahrheit“ die vermeintlichen Mechanismen einer von Frauen dominierten Gesellschaft durchschauen. Gleichberechtigung wird in diesem Weltbild nicht als Fortschritt, sondern als Benachteiligung von Männern dargestellt.
Doch wie lassen sich alternative Männerbilder vermitteln? Statt Jugendliche ausschließlich von ihren Überzeugungen abbringen zu wollen, sei es wichtig, an ihren Werten und ihrem Bedürfnis nach Orientierung anzusetzen. Das Forschungsteam untersuchte deshalb, wie kurze, TikTok-gerechte Videos demokratische Männerbilder fördern und eine kritische Haltung gegenüber Gewalt gegen Mädchen und Frauen stärken können.
Die zentrale Botschaft von Dr. phil. Maya Götz: „Neben der Vermittlung von Medienkompetenz, ist die Vermittlung von Werten noch wichtiger.“
Wie das praktisch aussehen kann, erprobten die Teilnehmenden selbst: Sie überlegten, welche Eigenschaften einen starken Mann ausmachen, und entwickelten daraus eine Botschaft, die junge Menschen in ihrer eigenen Sprache erreicht.
Zwischen Desinformation, Ragebait und AI Slop
Der zweite Fachvortrag widmete sich den Herausforderungen, denen junge Menschen im digitalen Raum begegnen. Dr. Carolin-Theresa Ziemer, Psychologin (M. Sc.), Verhaltensforscherin und Postdoktorandin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin im Forschungsbereich Adaptive Rationalität, sprach über „Der Umgang junger Menschen mit Herausforderungen im digitalen Raum: zwischen Desinformation, Ragebait und AI Slop“.
Dabei ging es um zentrale Fragen, die für die pädagogische Arbeit zunehmend an Bedeutung gewinnen: Was ist Desinformation und wie gefährlich ist sie? Warum sind bestimmte Menschen und digitale Systeme besonders anfällig dafür? Und wie können wir uns vor gezielten Falschinformationen schützen?
Desinformation erkennen und einordnen
In sozialen Medien verbreiten sich Informationen schnell. Dabei ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, ob Inhalte verlässlich, irreführend oder gezielt manipulativ sind. Hinzu kommen Ragebait–Inhalte, die bewusst Empörung auslösen sollen und AI Slop, also häufig massenhaft produzierte, wenig gehaltvolle oder minderwertige KI-generierte Inhalte.
Für junge Menschen kann es herausfordernd sein, solche Inhalte einzuordnen und ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen. Dabei spielen nicht nur Wissen und Medienkompetenz eine Rolle. Auch psychologische Mechanismen, das Bedürfnis nach Gruppenzugehörigkeit sowie das Streben nach Bedeutung und Sicherheit beeinflussen, welchen Informationen Menschen vertrauen und welche sie weiterverbreiten.
Medienkompetenz allein reicht nicht aus
Dr. Carolin-Theresa Ziemer stellte verschiedene psychologische Ansätze vor, die dabei helfen können, Desinformation besser zu erkennen. Eine stärkere Medienkompetenz allein reichen jedoch nicht aus. Neben individuellen Strategien braucht es auch strukturelle Veränderungen, beispielsweise eine stärkere Regulierung bestehender sozialer Plattformen, aber auch mehr Autonomie für Nutzer*innen.
Austausch, Diskussion und Einblicke ins BFW Leipzig
Im Anschluss an die beiden Fachvorträge bot ein Podiumsgespräch Gelegenheit, die Erkenntnisse aufzugreifen und Fragen zu vertiefen.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Rundgang durch das BFW Leipzig, der den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern weitere Einblicke in die Arbeit und die Räumlichkeiten des Hauses ermöglichte.
Fazit: Junge Menschen brauchen Orientierung – online und offline
Die Fachveranstaltung des Sozialarbeiter*innen-Tags hat gezeigt, wie eng digitale Medien, persönliche Wertvorstellungen und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit miteinander verbunden sind.
Für die pädagogische Praxis bedeutet das, Jugendliche nicht nur im kritischen Umgang mit digitalen Inhalten zu stärken. Ebenso wichtig sind vertrauensvolle Beziehungen, gemeinsame Werte und attraktive positive Vorbilder. Gleichzeitig braucht es Rahmenbedingungen, die einen verantwortungsvollen und selbstbestimmten Umgang mit digitalen Medien ermöglichen.
Manchmal führt der erste Plan nicht ans Ziel, dafür aber der zweite. Juliane Rüger zeigt eindrucksvoll, wie Durchhaltevermögen, fachliche Unterstützung und die richtige Entscheidung den Weg in einen neuen Beruf ebnen können.
Nicht jeder berufliche Neuanfang verläuft geradlinig. Umso beeindruckender sind Geschichten von Menschen, die Rückschläge als Chance begreifen und ihren Weg konsequent weitergehen. Genau dazu gehört Juliane Rüger.
Nach gesundheitlichen Herausforderungen entschied sie sich für eine berufliche Neuorientierung im Berufsförderungswerk Leipzig. Ihr erster Anlauf führte sie in die Umschulung zur Steuerfachangestellten. Schnell wurde jedoch deutlich, dass ihre persönlichen Stärken und ihr Lerntyp in einem anderen Beruf besser zur Geltung kommen würden. Gemeinsam mit ihrem Personalberater im Reha-Management sowie dem Leistungsträger wurde dieser Weg offen besprochen und eine neue Perspektive entwickelt.
Der Wechsel in die Umschulung zur Elektronikerin für Geräte und Systeme erwies sich als die richtige Entscheidung. Die Kombination aus fundierter Theorie und regelmäßigen praktischen Anwendungen entsprach genau ihrer Art zu lernen. Hinzu kam ihr ausgeprägtes technisches Verständnis, das sie von Beginn an mitbrachte.
Der Weg dorthin war dennoch kein Selbstläufer. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation nahm sie die intensive Begleitung durch das Reha-Team in Anspruch. Die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, ihr eigenes außergewöhnliches Engagement sowie ihr unermüdlicher Kampfgeist führten schließlich zum gemeinsamen Erfolg.
Heute arbeitet sie erfolgreich in der Forschungszentrum Ultraschall gGmbH und blickt mit Stolz auf ihren Weg zurück.
Wir haben mit ihr über ihre Erfahrungen gesprochen.
BFW Leipzig: Ihr Weg zur Elektronikerin begann ursprünglich mit einer anderen Umschulung. Was hat Ihnen gezeigt, dass ein Richtungswechsel genau die richtige Entscheidung war?
J.R.: Der Beruf der Steuerfachangestellten war interessant und kam mir für mich richtig vor. Leider war er zu theoretisch und das ist anscheinend nicht das, was mir liegt.
Ich bin ein Mensch, wie sich rausstellte, der sein Ergebnis der Arbeit anfassen können muss, also wirklich sehen muss, dass etwas entstanden ist. Eine Platine, die ich bestücke oder während der Umschulung der Aufbau der verschiedenen Schaltungen, wie zum Beispiel Wechsel-, Serien- und Kreuzschaltung, zeigten mir, was ich alles kann und ich sah damit einmal mehr, dass ich keine Theoretikerin bin.
Das Praktische macht mir Spaß und ich verstehe eher, was man von mir möchte, was mir das Lernen erleichtert hat. Das zeigte mir immer wieder aufs Neue, dass ich die richtige Wahl getroffen hatte und dass dies mein Weg ist.
BFW Leipzig: Die Umschulung zur Elektronikerin für Geräte und Systeme verbindet Theorie und Praxis sehr eng miteinander. Was hat Ihnen an dieser Lernform besonders gefallen und warum passte sie so gut zu Ihnen?
J.R.: Die Mischung aus Praxis und Theorie war für mich wirklich perfekt und ich konnte so auch dem Unterricht besser folgen, ihn verstehen und nachvollziehen, was ich lernte. Wir hatten trotz der Coronawelle einige praktische Übungen, wie zum Beispiel das Löten oder der Schaltungsaufbau, was wiederum das Verständnis für die Theorie erleichterte. Für alle, die genau so sind wie ich und eher das Praktische bevorzugen, ist diese Umschulung eine große Empfehlung von mir.
BFW Leipzig: Eine berufliche Neuorientierung bringt oft auch persönliche Herausforderungen mit sich. Was hat Ihnen in schwierigen Momenten Kraft gegeben, dranzubleiben?
J.R.: Für mich war es in der Zeit der Umschulung schwierig dranzubleiben, weil kurz nach dem Start die Coronawelle begann und wir zuhause lernen mussten. Ja, wir haben übers Internet mit Lehrern und Mitschülern sprechen können, aber es war nicht so wie es hätte sein können. Dennoch hatten mir die Lehrer das Gefühl gegeben, es schaffen zu können. Außerdem hatte ich meine Familie, die mir sagten, wenn ich zweifelte, dass ich die beste Entscheidung getroffen hatte und ich genau das Richtige machte.
Zum Zeitpunkt meiner Umschulung hatte ich auch noch meinen Hund an meiner Seite mit dem ich, wenn es schwierig wurde, in die Natur und somit raus aus dem Ganzen konnte. Ich persönlich lese auch viel und Geschichten, in die ich abtauchen konnte, brachten mir ebenfalls eine kurze Auszeit. Auch der enge Kontakt mit meinem Personalberater Herrn Bachem half mir in solchen Situationen.
BFW Leipzig: Sie wurden während Ihrer Umschulung intensiv durch ihren Personalberater begleitet. Welche Unterstützung hat Ihnen besonders geholfen und was hat die Zusammenarbeit für Ihren Erfolg bedeutet?
J.R.: Die Zusammenarbeit mit Herrn Bachem war während der gesamten Zeit für mich sehr angenehm, auf eine gewisse Art wie freundschaftlich, ich kann es nicht anders beschreiben. Ich hatte nicht das Gefühl nur sein Job zu sein und das wiederum half mir auch während der Umschulung bei Fragen und Problemen auf ihn zuzugehen.
Seit meinem Start der ersten Umschulung stand mir Herr Bachem zur Seite. Er hat mir damals in verschiedenen Sachen geholfen, vermittelte mir einen Termin bei der Psychotherapeutin des BFW und beriet mich, als es darum ging, welcher Beruf für mich wirklich in Frage kam, nachdem ich die erste Umschulung beenden musste. Durch ihn beschäftigte ich mich auch mit der Arbeit des Elektronikers und durfte ein paar Stunden am Unterricht teilnehmen. Das war der Startschuss in diesen Beruf, den ich erfolgreich abschloss und in dem ich auch heute arbeite.
BFW Leipzig: Heute sind Sie bei der Forschungszentrum Ultraschall gGmbH Was umfasst Ihre Tätigkeit dort, was macht Ihnen besonders Freude und welchen Rat würden Sie Menschen geben, die ebenfalls über einen beruflichen Neustart nachdenken?
J.R.: Heute arbeite ich im Forschungszentrum Ultraschall gGmbH im Elektroniklabor. Wir sind ein kleines Forschungszentrum aus Halle. Platinen bestücken, löten, prüfen, Kabel mit unterschiedlichen Anschlüssen versehen und noch einige andere Dinge gehören zu meinen Aufgaben. Ich mag alles daran und möchte es auch nicht mehr missen. Ich bin sehr glücklich darüber den Weg der Umschulung gegangen zu sein und heute hier zu stehen, wo ich bin.
Für mich geht das Lernen auch noch weiter, denn ich beginne eine Weiterbildung zur Technikerin dieses Jahr, worauf ich mich sehr freue und gleichzeitig auch etwas Respekt habe.
Durch Personalberater, Lehrer, andere Mitarbeiter und auch Mitschüler habt ihr die beste Unterstützung, die ihr haben könnt. Was ich jedem rate, der eine Umschulung machen möchte: Macht es, glaubt an euch und denkt daran, ihr macht das Ganze nur für euch selbst, für niemanden anderen. Ihr möchtet weiter kommen in eurem Leben und diese Umschulung kann der erste wertvolle Schritt in diese Richtung sein.
Juliane Rüger an ihrem Arbeitsplatz bei der Forschungszentrum Ultraschall gGmbH in Halle an der Saale.
Juliane Rügers Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass ein beruflicher Neuanfang nicht immer auf direktem Weg verläuft und genau darin oft seine größte Stärke liegt. Manchmal ist es der Mut, den eingeschlagenen Kurs noch einmal zu ändern, der schließlich zum Ziel führt.
Im Berufsförderungswerk Leipzig begleiten erfahrene Fachkräfte Menschen auf diesem Weg individuell und ganzheitlich. Gemeinsam werden Lösungen entwickelt, Stärken erkannt und neue Perspektiven eröffnet. Immer mit dem Ziel, eine nachhaltige Rückkehr ins Berufsleben zu ermöglichen.
Frau Rügers Erfolg ist deshalb weit mehr als ein gelungener Berufsabschluss. Er steht für das, was entstehen kann, wenn persönlicher Einsatz, professionelle Begleitung und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit Hand in Hand gehen.
Sie möchten mehr über die Möglichkeiten einer beruflichen Rehabilitation oder einer Umschulung im BFW Leipzig erfahren? Dann informieren Sie sich auf unserer Webseite über unsere Angebote oder rufen Sie uns an unter: 0341.91 75-306.
Vielleicht beginnt auch hier Ihre persönliche Erfolgsgeschichte!
Wie verändert Künstliche Intelligenz konkrete Prozesse im Unternehmen? Welche Möglichkeiten bieten KI-Agenten und wie lässt sich ihr Einsatz im betrieblichen Alltag sinnvoll steuern? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der gemeinsame 41. IT-Netzwerkabend des BFW Leipzig und der AG Digitalisierung des Netzwerk Logistik Mitteldeutschland. Die Veranstaltung brachte Unternehmen, Fachleute, Netzwerkpartner und Teilnehmende der Umschulung zum Fachinformatiker zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, neue Perspektiven kennenzulernen und wertvolle Kontakte zu knüpfen.
Den Auftakt gestalteten Michael Bastille von der Mytheresa International Services GmbH gemeinsam mit Marketing Fachbereichsleiterin Corinna Schulze vom BFW Leipzig und Udo Dornbusch von Firma Toshiba-TEC. Sie führten in den Abend ein und stimmten die Gäste auf die zentrale Fragestellung ein: Was verändert Künstliche Intelligenz konkret in Prozessen und im Betrieb, und wie bleibt ihr Einsatz beherrschbar?
Spannende Impulse rund um KI und ihre Anwendung
Mit zwei praxisnahen Fachbeiträgen erhielten die Gäste Einblicke in aktuelle Entwicklungen und konkrete Anwendungsmöglichkeiten der Künstlichen Intelligenz. Stefan Hoheisel von Toshiba TEC widmete sich dem Thema „Orchestrierung mit KI“ und zeigte auf, welche Rolle das Zusammenspiel intelligenter Systeme und Prozesse künftig spielen kann.
Im Anschluss beleuchtete Markus Gärtner von der KI Gilde das Thema „KI Agenten und ihre Wirkung“. Dabei ging es um die Möglichkeiten intelligenter Agenten und ihren Einfluss auf Arbeitsabläufe. Ein besonderes Highlight war seine kleine Robotervorführung, die das Thema auf anschauliche Weise erlebbar machte und für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte.
Die Gäste zeigten großes Interesse an den Vorträgen und nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit den Referenten ins Gespräch zu kommen. Auch im Anschluss an die Fachbeiträge standen beide Referenten für weitere Gespräche zur Verfügung. So konnten die Teilnehmenden einzelne Aspekte vertiefen und neue Anregungen für ihre eigene betriebliche Praxis mitnehmen.
Starke Netzwerke schaffen neue Chancen
Neben den fachlichen Impulsen stand vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Die anwesenden Firmenvertreter zeigten großes Interesse an den Themen und am Netzwerken. Die offene Atmosphäre und die Bereitschaft, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen, machten den Abend zu einer rundum gelungenen Veranstaltung.
Gerade die enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Netzwerkpartnern schafft einen wertvollen Mehrwert für die berufliche Zukunft. Für das BFW Leipzig sind diese Kontakte besonders wichtig, um Teilnehmende der Umschulungsmaßnahmen mit potenziellen Arbeitgebern zusammenzubringen. Das gilt beispielsweise für Fachkräfte aus dem IT-Bereich, deren Kompetenzen in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt gefragt sind.
Ein lebendiges Netzwerk eröffnet Möglichkeiten, berufliche Perspektiven zu schaffen, gegenseitige Erwartungen kennenzulernen und passende Verbindungen zwischen Unternehmen und qualifizierten Arbeitskräften herzustellen. Die gute Zusammenarbeit mit den anwesenden Firmenvertretern zeigte einmal mehr, wie wichtig persönliche Begegnungen und ein vertrauensvoller Austausch für eine erfolgreiche berufliche Vermittlung sind.
Nach den fachlichen Programmpunkten klang der Abend bei einem kleinen Stelldichein in entspannter Atmosphäre aus. Es blieb ausreichend Zeit für vertiefende Gespräche, neue Kontakte und den persönlichen Austausch.
Wir freuen uns auf die Fortsetzung und auf ein Wiedersehen beim nächsten Netzwerkabend 2027. Gemeinsam möchten wir auch künftig aktuelle Themen aufgreifen, Wissen teilen und ein starkes Netzwerk für Unternehmen, Fachkräfte und berufliche Perspektiven in Mitteldeutschland weiterentwickeln.
Vom Sportplatz zum Ausbildungsort: Auf dem ehemaligen Sportplatzgelände des BFW Leipzig ist ein moderner Interimsbau entstanden. Nach der großen Familienheimfahrt im Sommer haben dort einige gewerblich-technische Ausbildungsbereiche ihre neuen Unterrichtsräume bezogen.
Der Umzug ist Teil einer größeren Veränderung am BFW Leipzig. Während der anstehenden umfassenden Sanierung der beiden Ausbildungsflügel im Hauptgebäude bietet der Interimsbau den verschiedenen Fachbereichen ein modernes und funktionales Zuhause auf Zeit. Nach Abschluss der Baumaßnahmen kehren die Ausbildungsbereiche wieder in ihre frisch sanierten Räumlichkeiten zurück. Dies wird jedoch noch eine Weile dauern.
Im Interimsbau sind verschiedene Umschulungs- und Ausbildungsberufe aus dem gewerblich-technischen Bereich untergebracht.
Dazu gehören:
- Mediengestaltung
- Fahrradmonteure und Zweiradmechatroniker
- Fachinformatik (Systemintegration und Anwendungsentwicklung)
Gewerblich-technischer RVL-Bereich (Reha-Vorbereitungskurse)
Sportmöglichkeiten sind weiterhin vorhanden
Auch wenn der Sportplatz nun nicht mehr genutzt werden kann, muss niemand auf Bewegung und Sporttherapie verzichten. Der Indoor-Sportbereich des BFW Leipzig steht weiterhin zur Verfügung und bietet ausreichend Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten unserer Teilnehmenden.
Und für alle, die lieber draußen unterwegs sind, liegt mit dem Leipziger Auwald ein attraktives Naherholungsgebiet direkt vor der Tür. So bleibt Bewegung auch während der Bauphase ein wichtiger Bestandteil des BFW-Alltags.
Inzwischen haben sich die verschiedenen Fachbereiche in den neuen Räumlichkeiten eingerichtet und den Interimsbau mit Leben gefüllt. Wir wünschen allen Mitarbeitenden und Teilnehmenden eine erfolgreiche gemeinsame Zeit im Interimsbau!
Wie beeinflussen Instagram, TikTok & Co. unser Körperbild? Welche Auswirkungen haben mediale Trends auf die Identitätsentwicklung? Und wie kann Prävention von Essstörungen in der digitalen Lebenswelt gelingen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das 21. NESSA-Netzwerktreffen am 30. September 2026 im BTZ am BFW in Leipzig.
Rund 60 Fachgäste aus unterschiedlichen Bereichen kamen zusammen, um aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskutieren, Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen Körperbild, soziale Medien, Essstörungen und Prävention.
Das NESSA – Netzwerk Essstörungen Sachsen – schafft seit vielen Jahren eine Plattform für Fachkräfte und Institutionen, die sich mit Essstörungen beschäftigen. Das BTZ am BFW in Leipzig bot für das diesjährige Netzwerktreffen wieder einen passenden Rahmen für fachlichen Austausch und Vernetzung.
Körperbilder im digitalen Zeitalter: Was machen Soziale Medien mit uns?
Nach der Begrüßung und Einführung durch BTZ-Fachbereichsleiter Marko Daubitz startete das Netzwerktreffen mit einem wissenschaftlichen Blick auf die Wirkung medialer Trends.
Dr. Maya Götz widmete sich in ihrem Fachvortrag dem Thema „Körperbild und Essstörungen im Zusammenhang mit medialen Trends“. Im Fokus standen dabei unter anderem der Einfluss von Medien auf die Identitätsentwicklung und die Selbstdarstellung in sozialen Medien.
Social Media ist längst ein fester Bestandteil des Alltags, insbesondere für junge Menschen. Bilder, Videos und Trends vermitteln dabei Vorstellungen davon, wie ein Körper aussehen, wie man sich präsentieren und welchem Schönheitsideal man entsprechen sollte. Gleichzeitig ermöglicht die digitale Welt jedem Menschen, selbst zum Produzenten von Bildern und Inhalten zu werden.
Der Vortrag machte deutlich, wie komplex das Zusammenspiel von medialen Einflüssen, Selbstwahrnehmung, Identitätsentwicklung und Körperbild ist. Für die Prävention und Begleitung von Menschen mit Essstörungen ergeben sich daraus wichtige Fragen: Wie können Fachkräfte digitale Lebenswelten besser verstehen? Wo liegen Risiken? Und welche Chancen bieten soziale Medien für Aufklärung und Prävention?
Wissen teilen, Kontakte knüpfen, Perspektiven verbinden
Neben den Fachvorträgen kam auch das persönliche Miteinander nicht zu kurz. Beim „Markt der Möglichkeiten“ konnten die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch kommen und bestehende Kontakte vertiefen. Es wurde intensiv diskutiert, Erfahrungen wurden geteilt und neue Verbindungen geknüpft. Gerade ein Netzwerk wie NESSA lebt davon, dass unterschiedliche Fachrichtungen und Institutionen miteinander ins Gespräch kommen.
Denn die Arbeit mit essgestörten Menschen ist vielseitig und erfordert häufig das Zusammenspiel verschiedener Professionen. Medizinische, psychologische, therapeutische, pädagogische und soziale Perspektiven können dabei wichtige Bausteine einer ganzheitlichen Unterstützung sein.
Prävention braucht neue Wege
Im zweiten Teil der Veranstaltung richtete sich der Blick auf die praktische Präventionsarbeit.
Linda Klink sprach über Prävention und Social Media und gab dabei auch Einblicke in die Erfahrungen von MindBody. Der Praxisbezug ergänzte die wissenschaftliche Perspektive des ersten Fachvortrags und zeigte, wie wichtig zeitgemäße Präventionsangebote sind, die die Lebenswelt der Menschen tatsächlich erreichen.
Dabei wurde deutlich: Prävention bedeutet nicht nur, über Risiken zu informieren. Sie bedeutet auch, Menschen zu stärken, Selbstwahrnehmung und Medienkompetenz zu fördern und frühzeitig Unterstützung anzubieten.
Gerade soziale Medien stellen Fachkräfte dabei vor neue Herausforderungen und bieten gleichzeitig aber auch Möglichkeiten, Wissen niedrigschwellig zu vermitteln und junge Menschen dort zu erreichen, wo sie einen großen Teil ihres Alltags verbringen.
Essstörungen im BTZ am BFW Leipzig: Fachwissen trifft berufliche Rehabilitation
Auch am BTZ am BFW Leipzig spielt das Thema Essstörungen eine wichtige Rolle. Menschen, die aufgrund gesundheitlicher oder psychosozialer Belastungen Unterstützung bei ihrer beruflichen Neuorientierung benötigen, bringen sehr unterschiedliche Lebensgeschichten und Unterstützungsbedarfe mit.
Im Rahmen der beruflichen Rehabilitation arbeitet das BTZ deshalb multiprofessionell. Psychologische und sozialpädagogische Unterstützung wird mit beruflicher Qualifizierung und individuellen Angeboten verbunden.
Essstörungen gehören dabei zu den besonderen fachlichen Themenfeldern des BTZ am BFW Leipzig. Ein differenzierter Blick auf die individuelle Situation der Teilnehmenden ist entscheidend, um Stabilisierung, berufliche Entwicklung und langfristige Integration miteinander zu verbinden.
Die Vernetzung mit Fachstellen und Expertinnen und Experten, wie beispielsweise über NESSA, ermöglicht es, Wissen kontinuierlich weiterzuentwickeln und Erfahrungen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern zusammenzuführen.
NESSA: Gemeinsam für mehr Wissen, Prävention und Unterstützung
Das 21. NESSA-Netzwerktreffen hat gezeigt, wie wertvoll der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis ist. Rund 60 Teilnehmende, spannende Impulse und zahlreiche Gespräche machten den 30. September im BFW Leipzig zu einem Abend voller neuer Perspektiven.
Unser besonderer Dank gilt den Referierenden Dr. Maya Götz, Linda Klink und Marko Daubitz sowie allen Gästen, die mit ihren Fragen, Erfahrungen und ihrem Engagement zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.
Wir freuen uns auf das nächste Netzwerktreffen und auf viele weitere Gespräche, neue Impulse und gemeinsame Ideen rund um das Thema Essstörungen.
Sie möchten mehr über das BTZ am BFW Leipzig erfahren?
Das Berufliche Trainingszentrum (BTZ) am BFW Leipzig unterstützt Menschen mit gesundheitlichen und psychischen Belastungen auf ihrem Weg zurück in das Berufsleben. Dabei verbinden wir berufliche Orientierung und Qualifizierung mit individueller psychosozialer Unterstützung.
Informieren Sie sich über unsere Angebote und erfahren Sie mehr über die berufliche Rehabilitation am BFW Leipzig.
Am 18. September 2026 wurde die Außenstelle Chemnitz des BFW Leipzig zum Treffpunkt für Leistungsträger, Unternehmen und Kooperationspartner. Beim Netzwerktreffen Berufliche Reha konnten die Gäste die sanierten und modern ausgestatteten Räumlichkeiten im Europark kennenlernen, verschiedene Reha- und Qualifizierungsangebote erleben und vor allem eines: miteinander ins Gespräch kommen.
Ankommen, begrüßen und gemeinsam starten
Ab 9:30 Uhr wurden die Gäste in der Außenstelle Chemnitz herzlich empfangen. Nach der offiziellen Begrüßung und Einführung durch die Außenstellenleiterin Franziska Stange übermittelte sie herzliche Grüße von Frau Dittmann, der Geschäftsleiterin des BFW Leipzig, die an diesem Tag leider nicht persönlich dabei sein konnte.
Für einen fachlichen Einstieg sorgte anschließend Brit Loris mit einem informativen Vortrag zu den Themen Betriebliches Eingliederungsmanagement und Casemanagement. Dabei standen Fragen rund um eine erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung und die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure im Mittelpunkt.
Unter den Gästen waren Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsagenturen und Rentenversicherungen, Personalerinnen und Personaler regionaler Unternehmen sowie verschiedene Kooperationspartner des BFW Leipzig sowie Vertreter*innen der Krankenkasse AOK und verschiedener Kliniken.
Berufliche Reha hautnah erleben
Ab circa 10:30 Uhr wurde es dann praktisch: In Kleingruppen ging es auf Entdeckungstour durch die modernen Räumlichkeiten der Außenstelle.
Auf dem Programm standen unter anderem das Reha-Assessment, verschiedene BTZ-Maßnahmen, die BTZ-Werkstätten sowie die AQUA-Umschulungen im kaufmännischen Bereich und zum Fahrradmonteur bzw. Zweiradmechatroniker (m/w/d).
An den einzelnen Stationen warteten die Mitarbeitenden bereits mit anschaulichen Präsentationen, Vorführungen und vielen Informationen. Die Stationen waren mit viel Engagement vorbereitet worden und das war spürbar. Die Gäste erhielten nicht nur einen Einblick in die unterschiedlichen Angebote, sondern konnten auch direkt mit den Fachkräften oder auch Teilnehmenden der Maßnahmen ins Gespräch kommen und ihre Fragen stellen.
Persönliche Einblicke, praktische Erfahrungen und echte Erfolgsgeschichten
Besonders anschaulich wurde der Praxisbezug durch den Besuch einer ehemaligen Umschülerin. Sie berichtete persönlich von ihrem Weg durch die Umschulung und ihrem Einstieg ins Berufsleben. Dabei stellte sie sich den Fragen der Gäste und gab authentische Einblicke in ihre Erfahrungen.
Auch ihre heutige Vorgesetzte kam zu Wort und schilderte aus Sicht des Unternehmens, wie die Zusammenarbeit entstanden ist und wie beide Seiten zueinander gefunden haben. Eine persönliche Erfolgsgeschichte, die deutlich machte, welchen Wert eine gute Zusammenarbeit zwischen Reha-Einrichtung und regionalen Unternehmen haben kann.
Auch an anderen Stationen durften die Gäste selbst aktiv werden: In der Lehrküche hatten die Auszubildenden selbstgemachte Smoothies und Energiebälle vorbereitet. Der neue Sportraum und der Entspannungsraum wurden vorgestellt und zeigten, wie unterschiedliche Bausteine der beruflichen Rehabilitation ineinandergreifen. Für zusätzlichen Spaß sorgte ein Assessmenttest, den die Gäste mit sichtlicher Begeisterung selbst ausprobierten.
Kreativität und digitale Kompetenzen
Auch die Lernagentur „Toy Town Chemnitz KG“ der Inklusionsgestützten Erstausbildung (IngE) zeigte, was in den Qualifizierungsangeboten steckt. Die Teilnehmenden präsentierten einen selbstgedrehten Erklärfilm und standen anschließend für Fragen zur Verfügung.
So wurde an vielen Stationen deutlich: Berufliche Rehabilitation bedeutet heute weit mehr als reine Qualifizierung. Sie verbindet fachliches Lernen mit praktischer Erprobung, persönlicher Unterstützung, digitalen Kompetenzen und der konkreten Vorbereitung auf den beruflichen Wiedereinstieg.
In der hauseigenen Ergotherapie in der Werkstatt im Erdgeschoss, halten wir weitere Angebote zur Steigerung der Leistungsfähigkeit bereit. Diese entwickeln nicht nur kognitive Fähigkeiten, sondern auch Kreativität und Geschick.
Zeit für Austausch und neue Kontakte
Nach den Führungen klang der gemeinsame Tag bei einem Get Together mit einem kleinen Imbiss aus. Nun stand vor allem eines im Mittelpunkt: der persönliche Austausch und das Netzwerken.
In entspannter Atmosphäre wurden Gespräche vertieft, Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht. Genau dafür sollte das Netzwerktreffen Raum schaffen und dieser wurde intensiv genutzt.
Die Rückmeldungen und die gute Stimmung am Ende des Tages zeigten: Das Netzwerktreffen war für alle Beteiligten eine gelungene Gelegenheit, das BFW Leipzig und seine Angebote noch einmal aus einer ganz praktischen Perspektive kennenzulernen.
Ein herzliches Dankeschön
Wir freuen uns über diesen gelungenen Austausch und noch mehr auf ein Wiedersehen und eine Wiederholung des Netzwerktreffens!
Wer die Angebote des BFW Leipzig und der Außenstelle Chemnitz noch nicht kennt, hat beim nächsten Besuch vielleicht die Gelegenheit, selbst einmal hinter die Kulissen zu schauen. Denn eines hat dieser Tag gezeigt: Berufliche Rehabilitation lässt sich am besten verstehen, wenn man sie erlebt.
Wie fühlt es sich an, in einem Unternehmen zu arbeiten? Welche Aufgaben erwarten mich in den verschiedenen Abteilungen? Und wie kann ich das Wissen aus der Umschulung schon während der Ausbildung praktisch anwenden?
Antworten auf diese Fragen gibt es im BFW Leipzig nicht nur im Unterricht. Einen besonders realitätsnahen Einblick bietet das Lernunternehmen Gohliser Holz OHG (kurz: GoHo), welches Teil der Umschulungen zum Kaufmann für Büromanagement (m/w/d), Fachpraktiker für Büromanagement (m/w/d) und zum Industriekaufmann (m/w/d) ist.
Bei der jüngsten Präsentation zeigten die Teilnehmenden eindrucksvoll, wie viel Kreativität, Teamarbeit und Eigeninitiative in einem solchen Lernunternehmen steckt. Rund 40 Gäste bestehend aus Ausbildern, Personalberatenden im Reha-Management und den nachfolgenden Klassen kamen zur Präsentation in der Aula zusammen. Bereits beim Eintreten wurden die Besucherinnen und Besucher mit einem KI-generierten Lied über die Gohliser Holz OHG begrüßt. Ein ungewöhnlicher Auftakt für eine Präsentation, die vor allem eines zeigte: Lernen darf Spaß machen.
Ein Lernunternehmen, das sich wie ein echtes Unternehmen anfühlt
In der Gohliser Holz OHG können die Teilnehmenden das Wissen aus ihrer Umschulung unmittelbar anwenden, vertiefen und in realitätsnahen Situationen Erfahrungen sammeln. Sie erleben, wie verschiedene Unternehmensbereiche (z. B. Einkauf, Verkauf, Personalwesen und Rechnungswesen) zusammenarbeiten und lernen den Umgang mit beruflichen Herausforderungen.
Dabei geht es um weit mehr als nur um Fachwissen. Im Lernunternehmen werden ebenso wichtige berufliche Kompetenzen trainiert, beispielsweise Kommunikation, Teamarbeit und selbstsicheres Auftreten.
Kamera an, Vorhang auf: Willkommen in der GoHo
Unter der Leitung von Ausbilder Detlef Wernicke präsentierten die Klassen der Kaufleute für Büromanagement 25/02, der Fachpraktiker für Büromanagement 26/01 und der Industriekaufleute 25/02 ihre Ergebnisse. Unterstützt wurden sie während ihrer Zeit im Lernunternehmen von der „König Fuchs AG“, der Lernagentur der Kaufleute im E-Commerce. Diese halfen ihnen beim Neudesign des fiktiven Webshops der Gohliser Holz.
Für die Präsentation setzten die Teilnehmenden auf zwei selbst produzierte Videos. Während im ersten ein lustloser Mitarbeiter auf humorvolle Weise durch die GoHo führte, stand im zweiten der neue Praktikant „Toni Stark“ im Mittelpunkt.
An seinem ersten Tag in der Gohliser Holz OHG lernt er die verschiedenen Abteilungen und deren Aufgaben kennen. Dabei nimmt er die Zuschauer mit auf eine Reise durch das Lernunternehmen. So bekamen die nachfolgenden Klassen einen unterhaltsamen und authentischen Eindruck davon, was sie in der GoHo erwartet.
Das Besondere: Hinter der Kamera standen keine Profis, sondern die Teilnehmenden selbst. Von der Idee über die Planung bis zum Dreh setzten sie alles eigenständig um. Dabei waren Kreativität, Teamarbeit, Kommunikation und Eigeninitiative gefragt.
„Macht Fehler, damit ihr sie später nicht mehr macht!“
Zum Abschluss wurde es noch einmal persönlich. Die Teilnehmenden bedankten sich bei ihren Dozentinnen und Dozenten. Als kleines Dankeschön überreichten sie ihnen einen dekorierten Holzwagen mit Blumen.
Doch auch für die nachfolgenden Klassen hatten sie eine wichtige Botschaft: „Habt Mut, euch auszuprobieren, auch wenn ihr dabei Fehler macht!“ Denn Fehler, die während der geschützten Lernphase passieren, können analysiert, korrigiert und daraus gelernt werden. So können die Teilnehmenden mit mehr Sicherheit in ihre spätere betriebliche Lernphase starten.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Mission der Gohliser Holz OHG: Man muss nicht alles von Anfang an können. Man muss bereit sein, es auszuprobieren, Fragen zu stellen, Probleme zu erkennen und dafür Lösungen anzubieten, Fehler zu machen und daraus zu lernen!
Wer über eine Umschulung in Leipzig nachdenkt und sich einen praxisnahen Weg in eine neue berufliche Zukunft wünscht, findet am BFW Leipzig dafür ein Umfeld, in dem Lernen und praktisches Arbeiten eng miteinander verbunden sind.
König Fuchs hat Nachwuchs bekommen! Am 3. September 2026 wurde im Fuchsbau der Staffelstab weitergereicht. Die Kaufleute im E-Commerce (m/w/d) der Klasse 25/02 übergaben die Lernagentur König Fuchs an ihre Nachfolger*innen aus der Klasse 26/01.
Bei der gelungenen Abschluss- und Übergabepräsentation wurde noch einmal sichtbar, wie vielfältig die Arbeit in der Lernagentur während der Projektzeit war. Von Instagram über WordPress und Künstliche Intelligenz bis hin zu einer Installation bei der Nacht der Kunst war so ziemlich alles dabei. Und natürlich entstanden dabei auch einige Dinge, mit denen vorher vermutlich niemand gerechnet hatte.
König Fuchs wird digitaler und kreativer
Die Klasse 25/02 hat die Lernagentur ordentlich weiterentwickelt. Für die verschiedenen Zweitidentitäten (Aliase) der Agentur wurden eigene Instagram-Accounts angelegt. Auch bei den Reels wurde experimentiert und zwar ausdrücklich nicht nach Schema F.
Statt standardisierter Reels hieß es: ausprobieren, kreativ werden und schauen, was funktioniert. Dafür wurde Canva als Kreativtool ordentlich ausgereizt und so manche Idee umgesetzt, die vielleicht nicht unbedingt in ein klassisches Corporate-Design-Handbuch passt. Denn E-Commerce darf schließlich auch Spaß machen.
Ein besonderes Highlight war die Teilnahme an der Nacht der Kunst. Mit einer eigenen Installation zeigten die KECs, dass Kaufleute im E-Commerce kreativ denken, gestalten und neue Formate entwickeln können. Und damit sorgten sie nicht nur bei den Besucher*innen für Aufmerksamkeit, auch ehemalige Absolventen und Absolventinnen der Umschulung, die zur Nacht der Kunst ins BFW Leipzig gekommen waren, staunten über die kreative Aktion. Ein schöner Moment, der zeigte, was die Füchse in ihrer Zeit auf die Beine gestellt haben.
Von WordPress bis KI: E-Commerce kann mehr
Auch technisch wurde ordentlich gearbeitet. Für das kaufmännische Lernunternehmen Gohliser Holz OHG entstand eine komplett neue Webseite mit Webshop mittels WordPress. Von der Idee bis zur fertigen Webseite lag auch hier alles in der Hand der Kaufleute im E-Commerce.
Und weil eine moderne Marke natürlich auch einen passenden Sound braucht, wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz kurzerhand auch noch ein eigener Song für die Gohliser Holz kreiert, vielleicht ja die neue Warteschleifenmusik!?
Auch die Webseite von König Fuchs wurde gründlich unter die Lupe genommen und an verschiedenen Stellen überarbeitet. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den Bereichen „Über uns“ und dem Impressum, denn auch im digitalen Fuchsbau gilt: Ein professioneller Auftritt braucht nicht nur gute Inhalte, sondern auch eine solide rechtliche Grundlage.
Gleichzeitig wagten sich die angehenden Kaufleute im E-Commerce immer tiefer in die Welt der Künstlichen Intelligenz. Verschiedene KI-Tools, wie Chat GPT, Copilot, Gemini, Suno oder CupCat wurden ausprobiert, auf ihre Möglichkeiten getestet und für unterschiedliche Aufgaben im E-Commerce eingesetzt. Dabei wurde schnell deutlich, wie viel Potenzial in den neuen Technologien steckt, aber auch, dass kreatives Ausprobieren und rechtliches Know-how zusammengehören. Denn so spannend KI & Co. auch sind: Nicht alles, was technisch möglich ist, ist automatisch rechtlich erlaubt.
Und dann kam das Prompt Chicken …
Dass bei so viel Beschäftigung mit KI auch ganz besondere neue Persönlichkeiten entstehen können, zeigt das vielleicht kurioseste Ergebnis der vergangenen Projektphase.
Alles begann mit einem kleinen akustischen Missverständnis. Ein engagierter Ausbilder sagte den berühmten Satz: „Könnt ihr mir mal den Prompt schicken?“ Aus „Prompt schicken“ wurde kurzerhand „Prompt Chicken“. Und plötzlich war es da: das Prompt Chicken.
Die neue Content-Idee für den Instagram-Kanal der König Fuchs Lernagentur. Das Storytelling begann dann mit Foxy´s Sommerurlaub und dem Schlüpfen des Prompt Chickens.
Das Prompt Chicken ist inzwischen eine eigene Figur in der Welt der KECs und hat eine klare Mission: Alles rund um KI unter die Lupe zu nehmen und die Kaufleute im E-Commerce und Interessiert darüber zu informieren. Ob Prompts, KI-Tools oder aber vor allem auch rechtliche Fragen – das Prompt Chicken hat künftig ein Auge darauf. Man könnte sagen: König Fuchs hat jetzt tierische Unterstützung aus der KI-Abteilung.
Foxy goes Instagram
Apropos tierische Unterstützung, auch Foxy, das Maskottchen der König Fuchs Lernagentur, hat inzwischen seinen eigenen Instagram-Kanal bekommen.
Die Klasse 25/02 hat dafür den Grundstein gelegt. Jetzt ist die Klasse 26/01 am Zug: Foxy soll weiter mit Inhalten gefüttert, durch die digitale Welt begleitet und natürlich ordentlich auf Instagram in Szene gesetzt werden. Damit haben die neuen Füchse gleich eine spannende Aufgabe übernommen.
Wissen weitergeben gehört dazu
Doch nicht nur Foxy wartet auf die neue Klasse. Auch andere Lernunternehmen profitieren weiterhin vom Know-how der Füchse. Die König Fuchs Lernagentur wird auch künftig Webseiten- und Webshop-Schulungen für Umschüler*innen anbieten. So geben die Füchse ihr Wissen weiter, teilen ihre Erfahrungen und zeigen, wie digitale Themen praxisnah umgesetzt werden können. Ganz nach dem Motto: Ein Fuchs weiß viel, ein Fuchsbau noch mehr.
Wenn vier Füchse plötzlich alles können müssen
Eine gelungene Abschlusspräsentation braucht natürlich auch gute Vortragende. Und manchmal braucht sie zusätzlich eine gehörige Portion Improvisationstalent und Mut. Vier Teilnehmer übernahmen die komplette Präsentation und mussten kurzfristig für erkrankte Mitstreiter*innen einspringen. Damit landeten kurzerhand zusätzliche Präsentationsteile auf ihren Schultern.
Das KEC-Team ließ sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen und meisterte die ungeplante Zusatzaufgabe hervorragend. Auch das gehört schließlich zur beruflichen Praxis. Vorbereitet sein, Verantwortung übernehmen und improvisieren können, wenn es darauf ankommt.
Staffelstab übergeben. Jetzt wird weitergefuchst!
Mit der Abschlusspräsentation am 3. September 2026 endete die Projektphase der Klasse 25/02 in der Lernagentur König Fuchs. Zeit für die neuen Füchse aus der Klasse 26/01, den Fuchsbau zu übernehmen.
Sie starten dabei nicht bei null: Die Vorgänger*innen haben jede Menge Ideen, Erfahrungen, Social-Media-Kanäle, Webseiten und Projekte hinterlassen und mit Foxy und dem Prompt Chicken sogar zwei tierische Persönlichkeiten mit ordentlich Entwicklungspotenzial.
Jetzt heißt es für die neue Klasse:
Weiterdenken. Ausprobieren. Kreativ werden. Fehler machen. Neues lernen. Und vor allem: weiterfuchsen!
Denn eines ist sicher: Bei den Kaufleuten im E-Commerce am BFW Leipzig wird es auch in Zukunft garantiert nicht langweilig.
Am 5. September wurde die Georg-Schumann-Straße wieder zur großen Kunst- und Kulturmeile. Die 17. Nacht der Kunst lockte mit Ausstellungen, Installationen, Musik und jeder Menge kreativer Ideen in den Leipziger Norden. Mittendrin: das BFW Leipzig.
Auch bei uns gab es am Abend einiges zu entdecken und nicht nur für eingefleischte Kunstfans. Unsere Ausstellungsräume wurden zum Treffpunkt für Neugierige, Kunstinteressierte, Kolleg*innen, Umschüler*innen und alle, die einfach mal schauen wollten, was im BFW Leipzig so alles entstehen kann.
Kreativität, die aus Ausbildung entsteht
Ein besonderer Blickfang waren die Arbeiten unserer Umschüler*innen im Bereich Mediengestaltung. Doch nicht nur die Kunstwerke selbst standen im Mittelpunkt, bereits im Vorfeld setzten sich die Mediengestaltenden intensiv damit auseinander, wie ihre Arbeiten präsentiert und für die Besucher*innen erlebbar werden können.
So entstanden kreative Stationen, die zum Staunen, Entdecken und genaueren Hinschauen einluden. Ergänzt wurden die Kunstwerke durch kurze Erklärtexte, eigens gestaltete Postkarten und Aufkleber. Damit wurde die Ausstellung selbst zum Gestaltungsprojekt und zeigte eindrucksvoll, dass gute Gestaltung mehr kann als gut auszusehen, sie schafft Erlebnisse.
„Verlorene Maschen – Gefährdete Fäden“
Einen ganz besonderen Blick auf Handwerk, Geschichte und Kultur bot die Fotoausstellung „Verlorene Maschen – Gefährdete Fäden“ der Teilnehmenden der Arbeitsplatznahen Qualifizierung (AQUA) aus der Außenstelle Chemnitz. Im Mittelpunkt standen vergessene textile Handwerksberufe aus dem Erzgebirge und der Region Chemnitz.
Ergänzt wurden die Fotografien durch liebevoll ausgewählte textile Exponate aus der DDR-Zeit, die die Vergangenheit greifbar machten und der Ausstellung eine ganz besondere Atmosphäre verliehen.
Die Bilder und Exponate erzählten von handwerklichem Können, überlieferten Traditionen und Geschichten, die es zu bewahren gilt. Damit bildete die Ausstellung einen spannenden Kontrast zu den digitalen Arbeiten der Mediengestaltenden – und zeigte einmal mehr, wie vielfältig Kreativität sein kann.
Wenn aus Ideen plötzlich Installationen werden
Für eine Überraschung sorgten in diesem Jahr die Kaufleute im E-Commerce (KECs) mit ihrer Installation „Ist das Kunst? – Oder kann das KEC“. Mit detektivischer Unterstützung konnten die Besucher*innen auf kreative Spurensuche gehen und dabei die vielfältigen Aufgabenfelder der KECs entdecken.
Schon im Vorfeld hatten die Umschüler*innen eigene Postkarten gestaltet und Button-Motive entworfen, die sie anschließend selbst produzierten. Die kleinen Kunstwerke kamen bestens an und gingen am Abend weg wie warme Semmeln.
Kleine Momente, großes Glück
Ganz persönlich wurde es bei der Ausstellung „Glücksmomente“ im Flur des BFW Leipzig. Zu sehen waren Fotografien, die ganz unterschiedliche spontane, alltägliche, besondere oder einfach nur schöne Augenblicke des Glücks festhielten.
Die Motive stammten von Umschüler*innen aus verschiedenen Bereichen des BFW Leipzig sowie von Mitarbeitenden des Hauses. So entstand eine bunte Sammlung ganz persönlicher Glücksmomente und vielleicht auch die eine oder andere Inspiration, selbst einmal genauer hinzuschauen, wo das Glück im Alltag steckt.
Kunst trifft Musik trifft Sommerabend
Natürlich durfte auch die passende Atmosphäre nicht fehlen. Auf der Terrasse des BFW-Bistros sorgte DJ Freadmaxx für musikalische Begleitung, während Getränke und kleine Speisen dafür sorgten, dass niemand hungrig durch die Kunstnacht ziehen musste.
So wurde aus dem Ausstellungsbesuch schnell ein entspannter Abend: schauen, staunen, quatschen, Musik hören und zwischendurch vielleicht doch noch einmal zurück in die Ausstellung gehen, weil man beim ersten Rundgang etwas Spannendes übersehen hatte.
Ein Abend, der Lust auf mehr macht
Die Nacht der Kunst hat einmal mehr gezeigt, wie gut Kunst, Bildung, Begegnung und BFW Leipzig zusammenpassen. Unsere Ausstellungen haben Räume für neue Perspektiven, für Gespräche und vor allem für die kreativen Arbeiten der Menschen, die bei uns lernen und arbeiten geöffnet. Wir freuen uns darauf, auch im kommenden Jahr wieder dabei zu sein, kreative Arbeiten zu zeigen und gemeinsam mit vielen Besucher*innen einen besonderen Kunstabend im Leipziger Norden zu erleben.
Also: Termin (04.09.2027) vormerken, neugierig bleiben und beim nächsten Mal unbedingt im BFW Leipzig vorbeischauen. Wir sehen uns!
Erfolgsgeschichten aus dem BFW Leipzig zeigen: Ein beruflicher Neustart kann
neue Chancen eröffnen
Was passiert, wenn der bisherige Beruf plötzlich nicht mehr möglich ist? Wenn gesundheitliche Gründe einen beruflichen Neuanfang notwendig machen oder der eigene Lebensweg eine unerwartete Wendung nimmt? Für viele Menschen beginnt dann eine Zeit voller Fragen und Unsicherheiten. Die Erfolgsgeschichten ehemaliger Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Berufsförderungswerk Leipzig (BFW Leipzig) zeigen: Ein beruflicher Umbruch muss kein Ende sein. Er kann der Anfang eines neuen Weges werden.
Matthias Büttner beispielsweise musste seinen Beruf als Anlagenmechaniker nach einem schweren Bandscheibenvorfall aufgeben. Im BFW Leipzig entschied er sich für eine Umschulung zum Elektroniker für Geräte und Systeme und fand damit einen Beruf, der seinen Interessen und Vorkenntnissen entsprach. Nach erfolgreichem Abschluss begann er seine neue Tätigkeit bei der SONOTEC GmbH in Halle. Heute arbeitet er dort in einem anspruchsvollen Aufgabenbereich und blickt zufrieden auf seine berufliche Neuorientierung zurück.
„Für mich war klar: Du machst eine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme. Heute kann ich zufrieden zurückblicken: Es war die richtige Entscheidung“, sagt M. Büttner. Sein Rat an Menschen, die vor einem ähnlichen Schritt stehen, ist eindeutig: „Nutzt die Chance. Gebt 120 Prozent!“
Neue Perspektiven entstehen nicht immer auf geradem Weg
Dass berufliche Neuorientierung auch bedeutet, eigene Fähigkeiten ganz neu zu entdecken, zeigen Martin Bade und Christin Töpfer. Beide absolvierten am BFW Leipzig eine kaufmännische Umschulung im E-Commerce und meisterten gemeinsam ihren IHK-Abschluss. M. Bade kam ursprünglich aus der Gastronomie, C. Töpfer aus dem Kundenservice eines Versandhandels. Während der Umschulung unterstützten sie sich gegenseitig und entdeckten neue berufliche Stärken: analytisches Denken, strukturierte Arbeitsweisen und das Interesse an digitalen Handelsprozessen. Heute arbeiten beide erfolgreich in ihrem neuen Berufsfeld.
Ihre Geschichte steht beispielhaft für einen wichtigen Aspekt einer Umschulung: Es geht nicht nur darum, einen neuen Beruf zu erlernen. Es geht auch darum, herauszufinden, was man selbst kann, was einem liegt und wo die eigenen Stärken künftig gefragt sind.
Wenn berufliche Erfahrung nicht verloren geht, sondern neu eingesetzt wird
Auch Nancy Groschoff kennt die Unsicherheit eines solchen Neuanfangs. Als Sozialpädagogin hatte sie ihre Arbeit mit Menschen als sinnstiftend erlebt. Gesundheitliche und persönliche Belastungen machten jedoch eine berufliche Veränderung notwendig. Der Schritt in eine völlig neue Richtung fiel ihr zunächst nicht leicht.
Sie entschied sich für eine Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten mit Fachrichtung Landes- und Kommunalverwaltung und absolvierte ihre betriebliche Lernphase bei der Landesdirektion Sachsen und erlebte, dass viele ihrer bisherigen Kompetenzen auch im neuen Beruf wertvoll sind: strukturiertes Arbeiten, Kommunikation, Empathie und Erfahrungen im Umgang mit rechtlichen Fragestellungen. Ihre anfänglichen Zweifel sind inzwischen verschwunden.
„Aktuell habe ich keine Zweifel mehr, dass mir die Tätigkeiten in der Verwaltung Freude machen und ich diese als sinnerfüllend erleben kann“, sagt Nancy Groschoff.
Manchmal führt der ungewöhnlichste Weg zum passenden Beruf
Auch der Lebenslauf von Hubert Sadowski zeigt, dass berufliche Wege nicht immer geradlinig verlaufen müssen. Nach Stationen in der Zahnmedizin und einem Jurastudium entdeckte er seine Begeisterung für Technik. Am BFW Leipzig absolvierte er die Umschulung zum Technischen Produktdesigner in der Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion.
Während seiner betrieblichen Lernphase bei der IOT – Innovative Oberflächentechnologien GmbH konnte er sein Wissen unmittelbar in der Praxis anwenden. Das Unternehmen erkannte sein Potenzial und stellte ihn bereits knapp zwei Wochen nach seiner erfolgreich bestandenen Abschlussprüfung ein. Heute arbeitet er im Sondermaschinenbau und schätzt besonders die abwechslungsreichen Aufgaben.
Für Hubert Sadowski war der berufliche Neustart deshalb vor allem eines: eine Chance auf einen neuen Lebensabschnitt und neue Lebensqualität.
Der Weg in Arbeit führt über Praxis und Begegnung
Ein wichtiger Bestandteil der Umschulungen am BFW Leipzig sind die betrieblichen Lernphasen. Sie bringen die Teilnehmenden frühzeitig mit Unternehmen zusammen und ermöglichen es, erworbenes Wissen unter realen Bedingungen anzuwenden.
Wie wertvoll diese Verbindung sein kann, zeigt auch die Zusammenarbeit mit der Conveying Engineering & Consulting GmbH (CEC). Das Leipziger Unternehmen bietet regelmäßig Praktikumsplätze an, insbesondere für angehende Technische Produktdesignerinnen und Produktdesigner. Dabei lernen die Teilnehmenden reale Projekte, moderne Planungstools und Arbeitsabläufe kennen. Die CEC berichtet von hoher Motivation und großer Lernbereitschaft der Praktikantinnen und Praktikanten.
Für Unternehmen eröffnet die Zusammenarbeit zugleich die Möglichkeit, Menschen mit beruflicher Reha-Erfahrung kennenzulernen und Potenziale zu entdecken. „Traut euch!“ lautet deshalb die Empfehlung der CEC-Geschäftsführerin Gisela Heinz an andere Unternehmen, die Menschen aus der beruflichen Rehabilitation eine Chance geben möchten.
Nicht jeder Weg beginnt gleich – aber jeder kann weiterführen
Fünf Geschichten, fünf unterschiedliche Lebenswege und ganz unterschiedliche neue Berufe. Was sie verbindet, ist der Mut, nach einem beruflichen Einschnitt nicht stehenzubleiben.
Das BFW Leipzig begleitet Menschen bei dieser Neuorientierung – mit arbeitsmarktorientierten Umschulungen, Praxisphasen in Unternehmen und individueller Unterstützung während des gesamten Rehabilitationsprozesses. Ziel ist nicht allein ein erfolgreicher Abschluss, sondern eine nachhaltige berufliche Perspektive.
Denn ein beruflicher Neustart bedeutet mehr als einen neuen Abschluss. Er bedeutet die Chance, wieder seinen Platz im Arbeitsleben zu finden.
Und manchmal beginnt der wichtigste neue Weg genau dort, wo der alte enden musste.
„Projektmanagement“ – ein Begriff, der in vielen Lehrplänen steht. Doch statt stundenlang nur über die Theorie zu reden, hieß es für die angehenden Kaufleute im Büromanagement der AQUA* 25/02 „Learning by Doing“. Und so entstand aus einer Projektidee ein ganzer Vormittag voller Aktionen, der den Besucherinnen und Besuchern Nachhaltigkeit im eigenen Alltag näherbrachte und greifbar machte.
Statt in den Unterrichtsräumen zu sitzen, bauten die acht Organisatoren am 15. Juli in der Außenstelle des BFW Leipzig in Chemnitz verschiedene Stationen auf. Von Upcycling über Spendenaktionen bis hin zu praktischen Workshops zeigte der Tag, wie praxisnah berufliche Rehabilitation sein kann.
Franziska Stange, Leiterin der Außenstelle in Chemnitz, war begeistert: „Dieser Tag war etwas Besonderes! Die Teilnehmenden haben nicht nur ihr Organisationstalent unter Beweis gestellt, sondern auch gezeigt, wie viel Freude Nachhaltigkeit bereiten kann. Projekte wie diese zeigen, was unsere Umschulungen ausmachen: Lernen durch Tun, mit Herz und Verstand.“
Von der Mülltrennung bis zum Projekttag: Wie alles begann
Bereits im Vorfeld hatte sich die Gruppe der Inklusionsgestützten Erstausbildung kaufmännisch in einem Projekt mit der Neuorganisation der Mülltrennung in der Chemnitzer Außenstelle beschäftigt. Dabei hatten sie nicht einfach nur Schilder aufgeklebt, sondern ein „Müll-ABC“ entwickelt, das jeder versteht. Warum das wichtig ist? Weil Nachhaltigkeit oft im Kleinen beginnt. Und weil es zeigt, dass auch solche Projekte große Wirkung haben können.
Genau wie dieses Projekt, verfolgte auch der Projekttag der AQUA 25/02 das Ziel, Umweltbewusstsein zu stärken und Ressourcenschonung praxisnah zu vermitteln. Damit das gelingen konnte, war im Vorfeld einiges zu tun: von der Zieldefinition über die Erstellung von Checklisten bis hin zur Aufgabenverteilung. Erst dann konnte der Tag mit einem abwechslungsreichen Programm mit verschiedenen Stationen starten:
- Upcycling-Stationen: aus alten Schallplatten wurden Wanduhren gestaltet, Insektenhotels entstanden aus natürlichen Materialien und Stoff- und Wollreste wurden weiterverwertet
- Textildruck: u.a. alte T-Shirts und Jutebeutel wurden mit Siebdruck oder Bügelbildern individuell gestaltet und aufgehübscht.
- Reparieren statt wegwerfen: in der Fahrradwerkstatt gab es praktische Tipps zur Pflege und Reparatur von Fahrrädern.
- Informationsfilm und Quiz zum Thema Nachhaltigkeit
Ein weiteres Highlight war das Buffet. Die leckeren Snacks waren nicht neu gekauft! Stattdessen haben die Teilnehmenden Lebensmittel gerettet, die sonst weggeworfen worden wären, obwohl sie noch essbar waren. Nachhaltigkeit schmeckt nicht nur gut, sie schont auch den Geldbeutel.
EURECA-PRO: Wissenschaft meets Praxis
Ein besonderer Gast waren Vertreterinnen der European University on Responsible Consumption and Production, kurz EURECA-PRO. Dieses Hochschulnetzwerk vereint neun interdisziplinäre Bildungs- und Forschungseinrichtungen aus ganz Europa. Es setzt sich für die Förderung von Nachhaltigkeit in Hochschulbildung, Forschung und Gesellschaft ein und orientiert sich dabei am Entwicklungsziel 12 der Vereinten Nationen „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“.
Zu den Mitgliedern zählt auch die Hochschule Mittweida, von welcher Maria Speck und Nancy Komrowski am Chemnitzer Projekttag teilnahmen.
An ihrem Infostand gaben sie Tipps, wie man Lebensmittelverschwendung durch u.a. die richtige Lagerung der Lebensmittel im Kühlschrank vermeidet und klärten über die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums auf.
Vertreterinnen von EURECA-PRO mit der BFW Leipzig Geschäftsführerin Cornelia Dittmann, Außenstellenleiterin Franziska Stange sowie den Mitarbeiterinnen Frau Gritz und Frau Wortmann
Spendenaktion: Kronkorken für den guten Zweck
Parallel zum Projekttag organisierten die angehenden Kaufleute für Büromanagement zudem eine Spendenaktion und sammelten über Wochen hinweg Kronkorken und Metalldosen. Dabei kamen 320 kg zusammen, was einem Betrag von 32 Euro entspricht. Die Spendensumme wurde vom BFW Leipzig auf 320 Euro aufgestockt und an den Elternverein krebskranker Kinder e.V. in Chemnitz überwiesen.
Der Projekttag „Nachhaltigkeit (er)leben“ zeigte, wie Theorie und Praxis in der kaufmännischen AQUA-Umschulung des BFW Leipzig verbunden werden. Die Teilnehmenden setzten nicht nur nachhaltige Ideen um, sondern erwarben dabei wertvolle Fähigkeiten für ihren Berufsalltag.
Solche Projekte sind ein zentraler Bestandteil unserer Umschulungen und bieten die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu arbeiten und praktische Erfahrungen zu sammeln.
Neugierig geworden?
Mehr Infos zur AQUA-Umschulung in Leipzig gibt´s hier: