Wie beeinflussen Instagram, TikTok & Co. unser Körperbild? Welche Auswirkungen haben mediale Trends auf die Identitätsentwicklung? Und wie kann Prävention von Essstörungen in der digitalen Lebenswelt gelingen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das 21. NESSA-Netzwerktreffen am 30. September 2026 im BTZ am BFW in Leipzig.
Rund 60 Fachgäste aus unterschiedlichen Bereichen kamen zusammen, um aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskutieren, Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen Körperbild, soziale Medien, Essstörungen und Prävention.
Das NESSA – Netzwerk Essstörungen Sachsen – schafft seit vielen Jahren eine Plattform für Fachkräfte und Institutionen, die sich mit Essstörungen beschäftigen. Das BTZ am BFW in Leipzig bot für das diesjährige Netzwerktreffen wieder einen passenden Rahmen für fachlichen Austausch und Vernetzung.
Körperbilder im digitalen Zeitalter: Was machen Soziale Medien mit uns?
Nach der Begrüßung und Einführung durch BTZ-Fachbereichsleiter Marko Daubitz startete das Netzwerktreffen mit einem wissenschaftlichen Blick auf die Wirkung medialer Trends.
Dr. Maya Götz widmete sich in ihrem Fachvortrag dem Thema „Körperbild und Essstörungen im Zusammenhang mit medialen Trends“. Im Fokus standen dabei unter anderem der Einfluss von Medien auf die Identitätsentwicklung und die Selbstdarstellung in sozialen Medien.
Social Media ist längst ein fester Bestandteil des Alltags, insbesondere für junge Menschen. Bilder, Videos und Trends vermitteln dabei Vorstellungen davon, wie ein Körper aussehen, wie man sich präsentieren und welchem Schönheitsideal man entsprechen sollte. Gleichzeitig ermöglicht die digitale Welt jedem Menschen, selbst zum Produzenten von Bildern und Inhalten zu werden.
Der Vortrag machte deutlich, wie komplex das Zusammenspiel von medialen Einflüssen, Selbstwahrnehmung, Identitätsentwicklung und Körperbild ist. Für die Prävention und Begleitung von Menschen mit Essstörungen ergeben sich daraus wichtige Fragen: Wie können Fachkräfte digitale Lebenswelten besser verstehen? Wo liegen Risiken? Und welche Chancen bieten soziale Medien für Aufklärung und Prävention?
Wissen teilen, Kontakte knüpfen, Perspektiven verbinden
Neben den Fachvorträgen kam auch das persönliche Miteinander nicht zu kurz. Beim „Markt der Möglichkeiten“ konnten die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch kommen und bestehende Kontakte vertiefen. Es wurde intensiv diskutiert, Erfahrungen wurden geteilt und neue Verbindungen geknüpft. Gerade ein Netzwerk wie NESSA lebt davon, dass unterschiedliche Fachrichtungen und Institutionen miteinander ins Gespräch kommen.
Denn die Arbeit mit essgestörten Menschen ist vielseitig und erfordert häufig das Zusammenspiel verschiedener Professionen. Medizinische, psychologische, therapeutische, pädagogische und soziale Perspektiven können dabei wichtige Bausteine einer ganzheitlichen Unterstützung sein.
Prävention braucht neue Wege
Im zweiten Teil der Veranstaltung richtete sich der Blick auf die praktische Präventionsarbeit.
Linda Klink sprach über Prävention und Social Media und gab dabei auch Einblicke in die Erfahrungen von MindBody. Der Praxisbezug ergänzte die wissenschaftliche Perspektive des ersten Fachvortrags und zeigte, wie wichtig zeitgemäße Präventionsangebote sind, die die Lebenswelt der Menschen tatsächlich erreichen.
Dabei wurde deutlich: Prävention bedeutet nicht nur, über Risiken zu informieren. Sie bedeutet auch, Menschen zu stärken, Selbstwahrnehmung und Medienkompetenz zu fördern und frühzeitig Unterstützung anzubieten.
Gerade soziale Medien stellen Fachkräfte dabei vor neue Herausforderungen und bieten gleichzeitig aber auch Möglichkeiten, Wissen niedrigschwellig zu vermitteln und junge Menschen dort zu erreichen, wo sie einen großen Teil ihres Alltags verbringen.
Essstörungen im BTZ am BFW Leipzig: Fachwissen trifft berufliche Rehabilitation
Auch am BTZ am BFW Leipzig spielt das Thema Essstörungen eine wichtige Rolle. Menschen, die aufgrund gesundheitlicher oder psychosozialer Belastungen Unterstützung bei ihrer beruflichen Neuorientierung benötigen, bringen sehr unterschiedliche Lebensgeschichten und Unterstützungsbedarfe mit.
Im Rahmen der beruflichen Rehabilitation arbeitet das BTZ deshalb multiprofessionell. Psychologische und sozialpädagogische Unterstützung wird mit beruflicher Qualifizierung und individuellen Angeboten verbunden.
Essstörungen gehören dabei zu den besonderen fachlichen Themenfeldern des BTZ am BFW Leipzig. Ein differenzierter Blick auf die individuelle Situation der Teilnehmenden ist entscheidend, um Stabilisierung, berufliche Entwicklung und langfristige Integration miteinander zu verbinden.
Die Vernetzung mit Fachstellen und Expertinnen und Experten, wie beispielsweise über NESSA, ermöglicht es, Wissen kontinuierlich weiterzuentwickeln und Erfahrungen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern zusammenzuführen.
NESSA: Gemeinsam für mehr Wissen, Prävention und Unterstützung
Das 21. NESSA-Netzwerktreffen hat gezeigt, wie wertvoll der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis ist. Rund 60 Teilnehmende, spannende Impulse und zahlreiche Gespräche machten den 30. September im BFW Leipzig zu einem Abend voller neuer Perspektiven.
Unser besonderer Dank gilt den Referierenden Dr. Maya Götz, Linda Klink und Marko Daubitz sowie allen Gästen, die mit ihren Fragen, Erfahrungen und ihrem Engagement zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.
Wir freuen uns auf das nächste Netzwerktreffen und auf viele weitere Gespräche, neue Impulse und gemeinsame Ideen rund um das Thema Essstörungen.
Sie möchten mehr über das BTZ am BFW Leipzig erfahren?
Das Berufliche Trainingszentrum (BTZ) am BFW Leipzig unterstützt Menschen mit gesundheitlichen und psychischen Belastungen auf ihrem Weg zurück in das Berufsleben. Dabei verbinden wir berufliche Orientierung und Qualifizierung mit individueller psychosozialer Unterstützung.
Informieren Sie sich über unsere Angebote und erfahren Sie mehr über die berufliche Rehabilitation am BFW Leipzig.
Am 18. September 2026 wurde die Außenstelle Chemnitz des BFW Leipzig zum Treffpunkt für Leistungsträger, Unternehmen und Kooperationspartner. Beim Netzwerktreffen Berufliche Reha konnten die Gäste die sanierten und modern ausgestatteten Räumlichkeiten im Europark kennenlernen, verschiedene Reha- und Qualifizierungsangebote erleben und vor allem eines: miteinander ins Gespräch kommen.
Ankommen, begrüßen und gemeinsam starten
Ab 9:30 Uhr wurden die Gäste in der Außenstelle Chemnitz herzlich empfangen. Nach der offiziellen Begrüßung und Einführung durch die Außenstellenleiterin Franziska Stange übermittelte sie herzliche Grüße von Frau Dittmann, der Geschäftsleiterin des BFW Leipzig, die an diesem Tag leider nicht persönlich dabei sein konnte.
Für einen fachlichen Einstieg sorgte anschließend Brit Loris mit einem informativen Vortrag zu den Themen Betriebliches Eingliederungsmanagement und Casemanagement. Dabei standen Fragen rund um eine erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung und die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure im Mittelpunkt.
Unter den Gästen waren Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsagenturen und Rentenversicherungen, Personalerinnen und Personaler regionaler Unternehmen sowie verschiedene Kooperationspartner des BFW Leipzig sowie Vertreter*innen der Krankenkasse AOK und verschiedener Kliniken.
Berufliche Reha hautnah erleben
Ab circa 10:30 Uhr wurde es dann praktisch: In Kleingruppen ging es auf Entdeckungstour durch die modernen Räumlichkeiten der Außenstelle.
Auf dem Programm standen unter anderem das Reha-Assessment, verschiedene BTZ-Maßnahmen, die BTZ-Werkstätten sowie die AQUA-Umschulungen im kaufmännischen Bereich und zum Fahrradmonteur bzw. Zweiradmechatroniker (m/w/d).
An den einzelnen Stationen warteten die Mitarbeitenden bereits mit anschaulichen Präsentationen, Vorführungen und vielen Informationen. Die Stationen waren mit viel Engagement vorbereitet worden und das war spürbar. Die Gäste erhielten nicht nur einen Einblick in die unterschiedlichen Angebote, sondern konnten auch direkt mit den Fachkräften oder auch Teilnehmenden der Maßnahmen ins Gespräch kommen und ihre Fragen stellen.
Persönliche Einblicke, praktische Erfahrungen und echte Erfolgsgeschichten
Besonders anschaulich wurde der Praxisbezug durch den Besuch einer ehemaligen Umschülerin. Sie berichtete persönlich von ihrem Weg durch die Umschulung und ihrem Einstieg ins Berufsleben. Dabei stellte sie sich den Fragen der Gäste und gab authentische Einblicke in ihre Erfahrungen.
Auch ihre heutige Vorgesetzte kam zu Wort und schilderte aus Sicht des Unternehmens, wie die Zusammenarbeit entstanden ist und wie beide Seiten zueinander gefunden haben. Eine persönliche Erfolgsgeschichte, die deutlich machte, welchen Wert eine gute Zusammenarbeit zwischen Reha-Einrichtung und regionalen Unternehmen haben kann.
Auch an anderen Stationen durften die Gäste selbst aktiv werden: In der Lehrküche hatten die Auszubildenden selbstgemachte Smoothies und Energiebälle vorbereitet. Der neue Sportraum und der Entspannungsraum wurden vorgestellt und zeigten, wie unterschiedliche Bausteine der beruflichen Rehabilitation ineinandergreifen. Für zusätzlichen Spaß sorgte ein Assessmenttest, den die Gäste mit sichtlicher Begeisterung selbst ausprobierten.
Kreativität und digitale Kompetenzen
Auch die Lernagentur „Toy Town Chemnitz KG“ der Inklusionsgestützten Erstausbildung (IngE) zeigte, was in den Qualifizierungsangeboten steckt. Die Teilnehmenden präsentierten einen selbstgedrehten Erklärfilm und standen anschließend für Fragen zur Verfügung.
So wurde an vielen Stationen deutlich: Berufliche Rehabilitation bedeutet heute weit mehr als reine Qualifizierung. Sie verbindet fachliches Lernen mit praktischer Erprobung, persönlicher Unterstützung, digitalen Kompetenzen und der konkreten Vorbereitung auf den beruflichen Wiedereinstieg.
In der hauseigenen Ergotherapie in der Werkstatt im Erdgeschoss, halten wir weitere Angebote zur Steigerung der Leistungsfähigkeit bereit. Diese entwickeln nicht nur kognitive Fähigkeiten, sondern auch Kreativität und Geschick.
Zeit für Austausch und neue Kontakte
Nach den Führungen klang der gemeinsame Tag bei einem Get Together mit einem kleinen Imbiss aus. Nun stand vor allem eines im Mittelpunkt: der persönliche Austausch und das Netzwerken.
In entspannter Atmosphäre wurden Gespräche vertieft, Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht. Genau dafür sollte das Netzwerktreffen Raum schaffen und dieser wurde intensiv genutzt.
Die Rückmeldungen und die gute Stimmung am Ende des Tages zeigten: Das Netzwerktreffen war für alle Beteiligten eine gelungene Gelegenheit, das BFW Leipzig und seine Angebote noch einmal aus einer ganz praktischen Perspektive kennenzulernen.
Ein herzliches Dankeschön
Wir freuen uns über diesen gelungenen Austausch und noch mehr auf ein Wiedersehen und eine Wiederholung des Netzwerktreffens!
Wer die Angebote des BFW Leipzig und der Außenstelle Chemnitz noch nicht kennt, hat beim nächsten Besuch vielleicht die Gelegenheit, selbst einmal hinter die Kulissen zu schauen. Denn eines hat dieser Tag gezeigt: Berufliche Rehabilitation lässt sich am besten verstehen, wenn man sie erlebt.
Wie fühlt es sich an, in einem Unternehmen zu arbeiten? Welche Aufgaben erwarten mich in den verschiedenen Abteilungen? Und wie kann ich das Wissen aus der Umschulung schon während der Ausbildung praktisch anwenden?
Antworten auf diese Fragen gibt es im BFW Leipzig nicht nur im Unterricht. Einen besonders realitätsnahen Einblick bietet das Lernunternehmen Gohliser Holz OHG (kurz: GoHo), welches Teil der Umschulungen zum Kaufmann für Büromanagement (m/w/d), Fachpraktiker für Büromanagement (m/w/d) und zum Industriekaufmann (m/w/d) ist.
Bei der jüngsten Präsentation zeigten die Teilnehmenden eindrucksvoll, wie viel Kreativität, Teamarbeit und Eigeninitiative in einem solchen Lernunternehmen steckt. Rund 40 Gäste bestehend aus Ausbildern, Personalberatenden im Reha-Management und den nachfolgenden Klassen kamen zur Präsentation in der Aula zusammen. Bereits beim Eintreten wurden die Besucherinnen und Besucher mit einem KI-generierten Lied über die Gohliser Holz OHG begrüßt. Ein ungewöhnlicher Auftakt für eine Präsentation, die vor allem eines zeigte: Lernen darf Spaß machen.
Ein Lernunternehmen, das sich wie ein echtes Unternehmen anfühlt
In der Gohliser Holz OHG können die Teilnehmenden das Wissen aus ihrer Umschulung unmittelbar anwenden, vertiefen und in realitätsnahen Situationen Erfahrungen sammeln. Sie erleben, wie verschiedene Unternehmensbereiche (z. B. Einkauf, Verkauf, Personalwesen und Rechnungswesen) zusammenarbeiten und lernen den Umgang mit beruflichen Herausforderungen.
Dabei geht es um weit mehr als nur um Fachwissen. Im Lernunternehmen werden ebenso wichtige berufliche Kompetenzen trainiert, beispielsweise Kommunikation, Teamarbeit und selbstsicheres Auftreten.
Kamera an, Vorhang auf: Willkommen in der GoHo
Unter der Leitung von Ausbilder Detlef Wernicke präsentierten die Klassen der Kaufleute für Büromanagement 25/02, der Fachpraktiker für Büromanagement 26/01 und der Industriekaufleute 25/02 ihre Ergebnisse. Unterstützt wurden sie während ihrer Zeit im Lernunternehmen von der „König Fuchs AG“, der Lernagentur der Kaufleute im E-Commerce. Diese halfen ihnen beim Neudesign des fiktiven Webshops der Gohliser Holz.
Für die Präsentation setzten die Teilnehmenden auf zwei selbst produzierte Videos. Während im ersten ein lustloser Mitarbeiter auf humorvolle Weise durch die GoHo führte, stand im zweiten der neue Praktikant „Toni Stark“ im Mittelpunkt.
An seinem ersten Tag in der Gohliser Holz OHG lernt er die verschiedenen Abteilungen und deren Aufgaben kennen. Dabei nimmt er die Zuschauer mit auf eine Reise durch das Lernunternehmen. So bekamen die nachfolgenden Klassen einen unterhaltsamen und authentischen Eindruck davon, was sie in der GoHo erwartet.
Das Besondere: Hinter der Kamera standen keine Profis, sondern die Teilnehmenden selbst. Von der Idee über die Planung bis zum Dreh setzten sie alles eigenständig um. Dabei waren Kreativität, Teamarbeit, Kommunikation und Eigeninitiative gefragt.
„Macht Fehler, damit ihr sie später nicht mehr macht!“
Zum Abschluss wurde es noch einmal persönlich. Die Teilnehmenden bedankten sich bei ihren Dozentinnen und Dozenten. Als kleines Dankeschön überreichten sie ihnen einen dekorierten Holzwagen mit Blumen.
Doch auch für die nachfolgenden Klassen hatten sie eine wichtige Botschaft: „Habt Mut, euch auszuprobieren, auch wenn ihr dabei Fehler macht!“ Denn Fehler, die während der geschützten Lernphase passieren, können analysiert, korrigiert und daraus gelernt werden. So können die Teilnehmenden mit mehr Sicherheit in ihre spätere betriebliche Lernphase starten.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Mission der Gohliser Holz OHG: Man muss nicht alles von Anfang an können. Man muss bereit sein, es auszuprobieren, Fragen zu stellen, Probleme zu erkennen und dafür Lösungen anzubieten, Fehler zu machen und daraus zu lernen!
Wer über eine Umschulung in Leipzig nachdenkt und sich einen praxisnahen Weg in eine neue berufliche Zukunft wünscht, findet am BFW Leipzig dafür ein Umfeld, in dem Lernen und praktisches Arbeiten eng miteinander verbunden sind.
König Fuchs hat Nachwuchs bekommen! Am 3. September 2026 wurde im Fuchsbau der Staffelstab weitergereicht. Die Kaufleute im E-Commerce (m/w/d) der Klasse 25/02 übergaben die Lernagentur König Fuchs an ihre Nachfolger*innen aus der Klasse 26/01.
Bei der gelungenen Abschluss- und Übergabepräsentation wurde noch einmal sichtbar, wie vielfältig die Arbeit in der Lernagentur während der Projektzeit war. Von Instagram über WordPress und Künstliche Intelligenz bis hin zu einer Installation bei der Nacht der Kunst war so ziemlich alles dabei. Und natürlich entstanden dabei auch einige Dinge, mit denen vorher vermutlich niemand gerechnet hatte.
König Fuchs wird digitaler und kreativer
Die Klasse 25/02 hat die Lernagentur ordentlich weiterentwickelt. Für die verschiedenen Zweitidentitäten (Aliase) der Agentur wurden eigene Instagram-Accounts angelegt. Auch bei den Reels wurde experimentiert und zwar ausdrücklich nicht nach Schema F.
Statt standardisierter Reels hieß es: ausprobieren, kreativ werden und schauen, was funktioniert. Dafür wurde Canva als Kreativtool ordentlich ausgereizt und so manche Idee umgesetzt, die vielleicht nicht unbedingt in ein klassisches Corporate-Design-Handbuch passt. Denn E-Commerce darf schließlich auch Spaß machen.
Ein besonderes Highlight war die Teilnahme an der Nacht der Kunst. Mit einer eigenen Installation zeigten die KECs, dass Kaufleute im E-Commerce kreativ denken, gestalten und neue Formate entwickeln können. Und damit sorgten sie nicht nur bei den Besucher*innen für Aufmerksamkeit, auch ehemalige Absolventen und Absolventinnen der Umschulung, die zur Nacht der Kunst ins BFW Leipzig gekommen waren, staunten über die kreative Aktion. Ein schöner Moment, der zeigte, was die Füchse in ihrer Zeit auf die Beine gestellt haben.
Von WordPress bis KI: E-Commerce kann mehr
Auch technisch wurde ordentlich gearbeitet. Für das kaufmännische Lernunternehmen Gohliser Holz OHG entstand eine komplett neue Webseite mit Webshop mittels WordPress. Von der Idee bis zur fertigen Webseite lag auch hier alles in der Hand der Kaufleute im E-Commerce.
Und weil eine moderne Marke natürlich auch einen passenden Sound braucht, wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz kurzerhand auch noch ein eigener Song für die Gohliser Holz kreiert, vielleicht ja die neue Warteschleifenmusik!?
Auch die Webseite von König Fuchs wurde gründlich unter die Lupe genommen und an verschiedenen Stellen überarbeitet. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den Bereichen „Über uns“ und dem Impressum, denn auch im digitalen Fuchsbau gilt: Ein professioneller Auftritt braucht nicht nur gute Inhalte, sondern auch eine solide rechtliche Grundlage.
Gleichzeitig wagten sich die angehenden Kaufleute im E-Commerce immer tiefer in die Welt der Künstlichen Intelligenz. Verschiedene KI-Tools, wie Chat GPT, Copilot, Gemini, Suno oder CupCat wurden ausprobiert, auf ihre Möglichkeiten getestet und für unterschiedliche Aufgaben im E-Commerce eingesetzt. Dabei wurde schnell deutlich, wie viel Potenzial in den neuen Technologien steckt, aber auch, dass kreatives Ausprobieren und rechtliches Know-how zusammengehören. Denn so spannend KI & Co. auch sind: Nicht alles, was technisch möglich ist, ist automatisch rechtlich erlaubt.
Und dann kam das Prompt Chicken …
Dass bei so viel Beschäftigung mit KI auch ganz besondere neue Persönlichkeiten entstehen können, zeigt das vielleicht kurioseste Ergebnis der vergangenen Projektphase.
Alles begann mit einem kleinen akustischen Missverständnis. Ein engagierter Ausbilder sagte den berühmten Satz: „Könnt ihr mir mal den Prompt schicken?“ Aus „Prompt schicken“ wurde kurzerhand „Prompt Chicken“. Und plötzlich war es da: das Prompt Chicken.
Die neue Content-Idee für den Instagram-Kanal der König Fuchs Lernagentur. Das Storytelling begann dann mit Foxy´s Sommerurlaub und dem Schlüpfen des Prompt Chickens.
Das Prompt Chicken ist inzwischen eine eigene Figur in der Welt der KECs und hat eine klare Mission: Alles rund um KI unter die Lupe zu nehmen und die Kaufleute im E-Commerce und Interessiert darüber zu informieren. Ob Prompts, KI-Tools oder aber vor allem auch rechtliche Fragen – das Prompt Chicken hat künftig ein Auge darauf. Man könnte sagen: König Fuchs hat jetzt tierische Unterstützung aus der KI-Abteilung.
Foxy goes Instagram
Apropos tierische Unterstützung, auch Foxy, das Maskottchen der König Fuchs Lernagentur, hat inzwischen seinen eigenen Instagram-Kanal bekommen.
Die Klasse 25/02 hat dafür den Grundstein gelegt. Jetzt ist die Klasse 26/01 am Zug: Foxy soll weiter mit Inhalten gefüttert, durch die digitale Welt begleitet und natürlich ordentlich auf Instagram in Szene gesetzt werden. Damit haben die neuen Füchse gleich eine spannende Aufgabe übernommen.
Wissen weitergeben gehört dazu
Doch nicht nur Foxy wartet auf die neue Klasse. Auch andere Lernunternehmen profitieren weiterhin vom Know-how der Füchse. Die König Fuchs Lernagentur wird auch künftig Webseiten- und Webshop-Schulungen für Umschüler*innen anbieten. So geben die Füchse ihr Wissen weiter, teilen ihre Erfahrungen und zeigen, wie digitale Themen praxisnah umgesetzt werden können. Ganz nach dem Motto: Ein Fuchs weiß viel, ein Fuchsbau noch mehr.
Wenn vier Füchse plötzlich alles können müssen
Eine gelungene Abschlusspräsentation braucht natürlich auch gute Vortragende. Und manchmal braucht sie zusätzlich eine gehörige Portion Improvisationstalent und Mut. Vier Teilnehmer übernahmen die komplette Präsentation und mussten kurzfristig für erkrankte Mitstreiter*innen einspringen. Damit landeten kurzerhand zusätzliche Präsentationsteile auf ihren Schultern.
Das KEC-Team ließ sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen und meisterte die ungeplante Zusatzaufgabe hervorragend. Auch das gehört schließlich zur beruflichen Praxis. Vorbereitet sein, Verantwortung übernehmen und improvisieren können, wenn es darauf ankommt.
Staffelstab übergeben. Jetzt wird weitergefuchst!
Mit der Abschlusspräsentation am 3. September 2026 endete die Projektphase der Klasse 25/02 in der Lernagentur König Fuchs. Zeit für die neuen Füchse aus der Klasse 26/01, den Fuchsbau zu übernehmen.
Sie starten dabei nicht bei null: Die Vorgänger*innen haben jede Menge Ideen, Erfahrungen, Social-Media-Kanäle, Webseiten und Projekte hinterlassen und mit Foxy und dem Prompt Chicken sogar zwei tierische Persönlichkeiten mit ordentlich Entwicklungspotenzial.
Jetzt heißt es für die neue Klasse:
Weiterdenken. Ausprobieren. Kreativ werden. Fehler machen. Neues lernen. Und vor allem: weiterfuchsen!
Denn eines ist sicher: Bei den Kaufleuten im E-Commerce am BFW Leipzig wird es auch in Zukunft garantiert nicht langweilig.
Am 5. September wurde die Georg-Schumann-Straße wieder zur großen Kunst- und Kulturmeile. Die 17. Nacht der Kunst lockte mit Ausstellungen, Installationen, Musik und jeder Menge kreativer Ideen in den Leipziger Norden. Mittendrin: das BFW Leipzig.
Auch bei uns gab es am Abend einiges zu entdecken und nicht nur für eingefleischte Kunstfans. Unsere Ausstellungsräume wurden zum Treffpunkt für Neugierige, Kunstinteressierte, Kolleg*innen, Umschüler*innen und alle, die einfach mal schauen wollten, was im BFW Leipzig so alles entstehen kann.
Kreativität, die aus Ausbildung entsteht
Ein besonderer Blickfang waren die Arbeiten unserer Umschüler*innen im Bereich Mediengestaltung. Doch nicht nur die Kunstwerke selbst standen im Mittelpunkt, bereits im Vorfeld setzten sich die Mediengestaltenden intensiv damit auseinander, wie ihre Arbeiten präsentiert und für die Besucher*innen erlebbar werden können.
So entstanden kreative Stationen, die zum Staunen, Entdecken und genaueren Hinschauen einluden. Ergänzt wurden die Kunstwerke durch kurze Erklärtexte, eigens gestaltete Postkarten und Aufkleber. Damit wurde die Ausstellung selbst zum Gestaltungsprojekt und zeigte eindrucksvoll, dass gute Gestaltung mehr kann als gut auszusehen, sie schafft Erlebnisse.
„Verlorene Maschen – Gefährdete Fäden“
Einen ganz besonderen Blick auf Handwerk, Geschichte und Kultur bot die Fotoausstellung „Verlorene Maschen – Gefährdete Fäden“ der Teilnehmenden der Arbeitsplatznahen Qualifizierung (AQUA) aus der Außenstelle Chemnitz. Im Mittelpunkt standen vergessene textile Handwerksberufe aus dem Erzgebirge und der Region Chemnitz.
Ergänzt wurden die Fotografien durch liebevoll ausgewählte textile Exponate aus der DDR-Zeit, die die Vergangenheit greifbar machten und der Ausstellung eine ganz besondere Atmosphäre verliehen.
Die Bilder und Exponate erzählten von handwerklichem Können, überlieferten Traditionen und Geschichten, die es zu bewahren gilt. Damit bildete die Ausstellung einen spannenden Kontrast zu den digitalen Arbeiten der Mediengestaltenden – und zeigte einmal mehr, wie vielfältig Kreativität sein kann.
Wenn aus Ideen plötzlich Installationen werden
Für eine Überraschung sorgten in diesem Jahr die Kaufleute im E-Commerce (KECs) mit ihrer Installation „Ist das Kunst? – Oder kann das KEC“. Mit detektivischer Unterstützung konnten die Besucher*innen auf kreative Spurensuche gehen und dabei die vielfältigen Aufgabenfelder der KECs entdecken.
Schon im Vorfeld hatten die Umschüler*innen eigene Postkarten gestaltet und Button-Motive entworfen, die sie anschließend selbst produzierten. Die kleinen Kunstwerke kamen bestens an und gingen am Abend weg wie warme Semmeln.
Kleine Momente, großes Glück
Ganz persönlich wurde es bei der Ausstellung „Glücksmomente“ im Flur des BFW Leipzig. Zu sehen waren Fotografien, die ganz unterschiedliche spontane, alltägliche, besondere oder einfach nur schöne Augenblicke des Glücks festhielten.
Die Motive stammten von Umschüler*innen aus verschiedenen Bereichen des BFW Leipzig sowie von Mitarbeitenden des Hauses. So entstand eine bunte Sammlung ganz persönlicher Glücksmomente und vielleicht auch die eine oder andere Inspiration, selbst einmal genauer hinzuschauen, wo das Glück im Alltag steckt.
Kunst trifft Musik trifft Sommerabend
Natürlich durfte auch die passende Atmosphäre nicht fehlen. Auf der Terrasse des BFW-Bistros sorgte DJ Freadmaxx für musikalische Begleitung, während Getränke und kleine Speisen dafür sorgten, dass niemand hungrig durch die Kunstnacht ziehen musste.
So wurde aus dem Ausstellungsbesuch schnell ein entspannter Abend: schauen, staunen, quatschen, Musik hören und zwischendurch vielleicht doch noch einmal zurück in die Ausstellung gehen, weil man beim ersten Rundgang etwas Spannendes übersehen hatte.
Ein Abend, der Lust auf mehr macht
Die Nacht der Kunst hat einmal mehr gezeigt, wie gut Kunst, Bildung, Begegnung und BFW Leipzig zusammenpassen. Unsere Ausstellungen haben Räume für neue Perspektiven, für Gespräche und vor allem für die kreativen Arbeiten der Menschen, die bei uns lernen und arbeiten geöffnet. Wir freuen uns darauf, auch im kommenden Jahr wieder dabei zu sein, kreative Arbeiten zu zeigen und gemeinsam mit vielen Besucher*innen einen besonderen Kunstabend im Leipziger Norden zu erleben.
Also: Termin (04.09.2027) vormerken, neugierig bleiben und beim nächsten Mal unbedingt im BFW Leipzig vorbeischauen. Wir sehen uns!
Erfolgsgeschichten aus dem BFW Leipzig zeigen: Ein beruflicher Neustart kann
neue Chancen eröffnen
Was passiert, wenn der bisherige Beruf plötzlich nicht mehr möglich ist? Wenn gesundheitliche Gründe einen beruflichen Neuanfang notwendig machen oder der eigene Lebensweg eine unerwartete Wendung nimmt? Für viele Menschen beginnt dann eine Zeit voller Fragen und Unsicherheiten. Die Erfolgsgeschichten ehemaliger Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Berufsförderungswerk Leipzig (BFW Leipzig) zeigen: Ein beruflicher Umbruch muss kein Ende sein. Er kann der Anfang eines neuen Weges werden.
Matthias Büttner beispielsweise musste seinen Beruf als Anlagenmechaniker nach einem schweren Bandscheibenvorfall aufgeben. Im BFW Leipzig entschied er sich für eine Umschulung zum Elektroniker für Geräte und Systeme und fand damit einen Beruf, der seinen Interessen und Vorkenntnissen entsprach. Nach erfolgreichem Abschluss begann er seine neue Tätigkeit bei der SONOTEC GmbH in Halle. Heute arbeitet er dort in einem anspruchsvollen Aufgabenbereich und blickt zufrieden auf seine berufliche Neuorientierung zurück.
„Für mich war klar: Du machst eine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme. Heute kann ich zufrieden zurückblicken: Es war die richtige Entscheidung“, sagt M. Büttner. Sein Rat an Menschen, die vor einem ähnlichen Schritt stehen, ist eindeutig: „Nutzt die Chance. Gebt 120 Prozent!“
Neue Perspektiven entstehen nicht immer auf geradem Weg
Dass berufliche Neuorientierung auch bedeutet, eigene Fähigkeiten ganz neu zu entdecken, zeigen Martin Bade und Christin Töpfer. Beide absolvierten am BFW Leipzig eine kaufmännische Umschulung im E-Commerce und meisterten gemeinsam ihren IHK-Abschluss. M. Bade kam ursprünglich aus der Gastronomie, C. Töpfer aus dem Kundenservice eines Versandhandels. Während der Umschulung unterstützten sie sich gegenseitig und entdeckten neue berufliche Stärken: analytisches Denken, strukturierte Arbeitsweisen und das Interesse an digitalen Handelsprozessen. Heute arbeiten beide erfolgreich in ihrem neuen Berufsfeld.
Ihre Geschichte steht beispielhaft für einen wichtigen Aspekt einer Umschulung: Es geht nicht nur darum, einen neuen Beruf zu erlernen. Es geht auch darum, herauszufinden, was man selbst kann, was einem liegt und wo die eigenen Stärken künftig gefragt sind.
Wenn berufliche Erfahrung nicht verloren geht, sondern neu eingesetzt wird
Auch Nancy Groschoff kennt die Unsicherheit eines solchen Neuanfangs. Als Sozialpädagogin hatte sie ihre Arbeit mit Menschen als sinnstiftend erlebt. Gesundheitliche und persönliche Belastungen machten jedoch eine berufliche Veränderung notwendig. Der Schritt in eine völlig neue Richtung fiel ihr zunächst nicht leicht.
Sie entschied sich für eine Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten mit Fachrichtung Landes- und Kommunalverwaltung und absolvierte ihre betriebliche Lernphase bei der Landesdirektion Sachsen und erlebte, dass viele ihrer bisherigen Kompetenzen auch im neuen Beruf wertvoll sind: strukturiertes Arbeiten, Kommunikation, Empathie und Erfahrungen im Umgang mit rechtlichen Fragestellungen. Ihre anfänglichen Zweifel sind inzwischen verschwunden.
„Aktuell habe ich keine Zweifel mehr, dass mir die Tätigkeiten in der Verwaltung Freude machen und ich diese als sinnerfüllend erleben kann“, sagt Nancy Groschoff.
Manchmal führt der ungewöhnlichste Weg zum passenden Beruf
Auch der Lebenslauf von Hubert Sadowski zeigt, dass berufliche Wege nicht immer geradlinig verlaufen müssen. Nach Stationen in der Zahnmedizin und einem Jurastudium entdeckte er seine Begeisterung für Technik. Am BFW Leipzig absolvierte er die Umschulung zum Technischen Produktdesigner in der Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion.
Während seiner betrieblichen Lernphase bei der IOT – Innovative Oberflächentechnologien GmbH konnte er sein Wissen unmittelbar in der Praxis anwenden. Das Unternehmen erkannte sein Potenzial und stellte ihn bereits knapp zwei Wochen nach seiner erfolgreich bestandenen Abschlussprüfung ein. Heute arbeitet er im Sondermaschinenbau und schätzt besonders die abwechslungsreichen Aufgaben.
Für Hubert Sadowski war der berufliche Neustart deshalb vor allem eines: eine Chance auf einen neuen Lebensabschnitt und neue Lebensqualität.
Der Weg in Arbeit führt über Praxis und Begegnung
Ein wichtiger Bestandteil der Umschulungen am BFW Leipzig sind die betrieblichen Lernphasen. Sie bringen die Teilnehmenden frühzeitig mit Unternehmen zusammen und ermöglichen es, erworbenes Wissen unter realen Bedingungen anzuwenden.
Wie wertvoll diese Verbindung sein kann, zeigt auch die Zusammenarbeit mit der Conveying Engineering & Consulting GmbH (CEC). Das Leipziger Unternehmen bietet regelmäßig Praktikumsplätze an, insbesondere für angehende Technische Produktdesignerinnen und Produktdesigner. Dabei lernen die Teilnehmenden reale Projekte, moderne Planungstools und Arbeitsabläufe kennen. Die CEC berichtet von hoher Motivation und großer Lernbereitschaft der Praktikantinnen und Praktikanten.
Für Unternehmen eröffnet die Zusammenarbeit zugleich die Möglichkeit, Menschen mit beruflicher Reha-Erfahrung kennenzulernen und Potenziale zu entdecken. „Traut euch!“ lautet deshalb die Empfehlung der CEC-Geschäftsführerin Gisela Heinz an andere Unternehmen, die Menschen aus der beruflichen Rehabilitation eine Chance geben möchten.
Nicht jeder Weg beginnt gleich – aber jeder kann weiterführen
Fünf Geschichten, fünf unterschiedliche Lebenswege und ganz unterschiedliche neue Berufe. Was sie verbindet, ist der Mut, nach einem beruflichen Einschnitt nicht stehenzubleiben.
Das BFW Leipzig begleitet Menschen bei dieser Neuorientierung – mit arbeitsmarktorientierten Umschulungen, Praxisphasen in Unternehmen und individueller Unterstützung während des gesamten Rehabilitationsprozesses. Ziel ist nicht allein ein erfolgreicher Abschluss, sondern eine nachhaltige berufliche Perspektive.
Denn ein beruflicher Neustart bedeutet mehr als einen neuen Abschluss. Er bedeutet die Chance, wieder seinen Platz im Arbeitsleben zu finden.
Und manchmal beginnt der wichtigste neue Weg genau dort, wo der alte enden musste.
„Projektmanagement“ – ein Begriff, der in vielen Lehrplänen steht. Doch statt stundenlang nur über die Theorie zu reden, hieß es für die angehenden Kaufleute im Büromanagement der AQUA* 25/02 „Learning by Doing“. Und so entstand aus einer Projektidee ein ganzer Vormittag voller Aktionen, der den Besucherinnen und Besuchern Nachhaltigkeit im eigenen Alltag näherbrachte und greifbar machte.
Statt in den Unterrichtsräumen zu sitzen, bauten die acht Organisatoren am 15. Juli in der Außenstelle des BFW Leipzig in Chemnitz verschiedene Stationen auf. Von Upcycling über Spendenaktionen bis hin zu praktischen Workshops zeigte der Tag, wie praxisnah berufliche Rehabilitation sein kann.
Franziska Stange, Leiterin der Außenstelle in Chemnitz, war begeistert: „Dieser Tag war etwas Besonderes! Die Teilnehmenden haben nicht nur ihr Organisationstalent unter Beweis gestellt, sondern auch gezeigt, wie viel Freude Nachhaltigkeit bereiten kann. Projekte wie diese zeigen, was unsere Umschulungen ausmachen: Lernen durch Tun, mit Herz und Verstand.“
Von der Mülltrennung bis zum Projekttag: Wie alles begann
Bereits im Vorfeld hatte sich die Gruppe der Inklusionsgestützten Erstausbildung kaufmännisch in einem Projekt mit der Neuorganisation der Mülltrennung in der Chemnitzer Außenstelle beschäftigt. Dabei hatten sie nicht einfach nur Schilder aufgeklebt, sondern ein „Müll-ABC“ entwickelt, das jeder versteht. Warum das wichtig ist? Weil Nachhaltigkeit oft im Kleinen beginnt. Und weil es zeigt, dass auch solche Projekte große Wirkung haben können.
Genau wie dieses Projekt, verfolgte auch der Projekttag der AQUA 25/02 das Ziel, Umweltbewusstsein zu stärken und Ressourcenschonung praxisnah zu vermitteln. Damit das gelingen konnte, war im Vorfeld einiges zu tun: von der Zieldefinition über die Erstellung von Checklisten bis hin zur Aufgabenverteilung. Erst dann konnte der Tag mit einem abwechslungsreichen Programm mit verschiedenen Stationen starten:
- Upcycling-Stationen: aus alten Schallplatten wurden Wanduhren gestaltet, Insektenhotels entstanden aus natürlichen Materialien und Stoff- und Wollreste wurden weiterverwertet
- Textildruck: u.a. alte T-Shirts und Jutebeutel wurden mit Siebdruck oder Bügelbildern individuell gestaltet und aufgehübscht.
- Reparieren statt wegwerfen: in der Fahrradwerkstatt gab es praktische Tipps zur Pflege und Reparatur von Fahrrädern.
- Informationsfilm und Quiz zum Thema Nachhaltigkeit
Ein weiteres Highlight war das Buffet. Die leckeren Snacks waren nicht neu gekauft! Stattdessen haben die Teilnehmenden Lebensmittel gerettet, die sonst weggeworfen worden wären, obwohl sie noch essbar waren. Nachhaltigkeit schmeckt nicht nur gut, sie schont auch den Geldbeutel.
EURECA-PRO: Wissenschaft meets Praxis
Ein besonderer Gast waren Vertreterinnen der European University on Responsible Consumption and Production, kurz EURECA-PRO. Dieses Hochschulnetzwerk vereint neun interdisziplinäre Bildungs- und Forschungseinrichtungen aus ganz Europa. Es setzt sich für die Förderung von Nachhaltigkeit in Hochschulbildung, Forschung und Gesellschaft ein und orientiert sich dabei am Entwicklungsziel 12 der Vereinten Nationen „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“.
Zu den Mitgliedern zählt auch die Hochschule Mittweida, von welcher Maria Speck und Nancy Komrowski am Chemnitzer Projekttag teilnahmen.
An ihrem Infostand gaben sie Tipps, wie man Lebensmittelverschwendung durch u.a. die richtige Lagerung der Lebensmittel im Kühlschrank vermeidet und klärten über die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums auf.
Vertreterinnen von EURECA-PRO mit der BFW Leipzig Geschäftsführerin Cornelia Dittmann, Außenstellenleiterin Franziska Stange sowie den Mitarbeiterinnen Frau Gritz und Frau Wortmann
Spendenaktion: Kronkorken für den guten Zweck
Parallel zum Projekttag organisierten die angehenden Kaufleute für Büromanagement zudem eine Spendenaktion und sammelten über Wochen hinweg Kronkorken und Metalldosen. Dabei kamen 320 kg zusammen, was einem Betrag von 32 Euro entspricht. Die Spendensumme wurde vom BFW Leipzig auf 320 Euro aufgestockt und an den Elternverein krebskranker Kinder e.V. in Chemnitz überwiesen.
Der Projekttag „Nachhaltigkeit (er)leben“ zeigte, wie Theorie und Praxis in der kaufmännischen AQUA-Umschulung des BFW Leipzig verbunden werden. Die Teilnehmenden setzten nicht nur nachhaltige Ideen um, sondern erwarben dabei wertvolle Fähigkeiten für ihren Berufsalltag.
Solche Projekte sind ein zentraler Bestandteil unserer Umschulungen und bieten die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu arbeiten und praktische Erfahrungen zu sammeln.
Neugierig geworden?
Mehr Infos zur AQUA-Umschulung in Leipzig gibt´s hier:
Ein neuer Lebensabschnitt beginnt: Am 26. Juni 2026 starteten 118 neue Teilnehmende ihre Qualifizierung am BFW Leipzig. Mit dem Beginn ihrer Umschulung eröffnen sich für sie neue berufliche Perspektiven und Chancen auf einen erfolgreichen Neustart.
Zur offiziellen Kurseröffnung 26/02 in der Aula des BFW Leipzig begrüßten Dana Waskow, Fachbereichsleiterin für kaufmännische Berufe und Torsten Bachem, Fachbereichsleiter der Personalberatenden im Reha-Management die neuen Teilnehmenden herzlich. In ihren Ansprachen gaben sie einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten und Unterstützungsangebote im Haus. Dabei standen insbesondere der Ausbildungsverlauf, die verschiedenen Ansprechpersonen sowie die begleitenden Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten während der Umschulung im Mittelpunkt.
Im Anschluss an die Einführungsveranstaltung wurden die Klassen von ihren Ausbilderinnen und Ausbildern sowie den REMs (Personalberatenden im Reha-Management) in Empfang genommen und in ihre jeweiligen Unterrichtsräume begleitet. Dort konnten die Teilnehmenden weitere Eindrücke gewinnen und ihre zukünftigen Wegbegleiter besser kennenlernen.
Gestartet sind unter anderem Qualifizierungen in den Bereichen Kaufleute für Büromanagement, Fachpraktikerinnen und Fachpraktiker für Büromanagement, Fachkosmetiker*innen, Mediengestalterinnen und Mediengestalter sowie Steuerfachangestellte u.v.m.
Mit dem Beginn der Hauptmaßnahmen startet für die neuen Teilnehmenden nun eine spannende Zeit des Lernens, der persönlichen Weiterentwicklung und der beruflichen Neuorientierung.
Wir wünschen allen einen erfolgreichen Start, viel Motivation und Freude auf ihrem Weg zu einem neuen beruflichen Ziel am BFW Leipzig.
Am 09. Juni 2026 wurde im Berufsförderungswerk Leipzig nicht nur gefeiert, sondern auch reflektiert, diskutiert und in die Zukunft geblickt. Das Berufliche Trainingszentrum (BTZ am BFW in Leipzig) beging sein 10-jähriges Jubiläum mit einer besonderen Fachtagung, die rund 90 Gäste aus dem klinischen und sozialen Bereich, den Deutschen Rentenversicherungen, Arbeitsagenturen sowie anderen Leistungsträgern und Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung zusammenbrachte.
An diesem Tag stand alles im Zeichen eines Jahrzehnts erfolgreicher Arbeit für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und der Frage, wie berufliche Rehabilitation und Teilhabe auch künftig gelingen kann.
Zehn Jahre Engagement mit Herz und Haltung
Seit seiner Gründung im Jahr 2016 hat sich das BTZ am BFW in Leipzig zu einem wichtigen und verlässlichen Pfeiler der beruflichen Rehabilitation entwickelt. Zehn Jahre voller Herausforderungen, Entwicklungen, Erfolgsgeschichten und vor allem voller Menschen, die mit Mut, Ausdauer und Unterstützung neue berufliche Perspektiven gefunden haben.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit stand stets die Frage: Was brauchen Menschen mit psychischen Erkrankungen und gesundheitlichen Einschränkungen, für ihren Weg zurück in Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe? Wer diese Frage ernst nimmt, braucht die Bereitschaft, Bestehendes zu hinterfragen, neue Wege auszuprobieren und Entwicklungen aktiv mitzugestalten.
Dass uns dies gelungen ist, verdanken wir unseren Mitarbeitenden, die das BTZ mit großem Engagement, Fachlichkeit und Herzblut tagtäglich prägen, ebenso wie unseren Leistungsträgern und den vielen Netzwerkpartnern. Ihnen gilt unser besonderer Dank.
Fachlicher Austausch mit wichtigen Impulsen
Durch den Tag führte BTZ-Fachbereichsleiter Marko Daubitz, der die Gäste mit viel Charme, Fachkompetenz und einer guten Portion Herzlichkeit begrüßte. Die anschließenden Grußworte von Cornelia Dittmann, Geschäftsführerin des BFW Leipzig, Nicola Wenderoth, stellv. Geschäftsführerin der DRV Mitteldeutschland und Prof. Dr. med. Katarina Stengler, Direktorin des Zentrum Seelische Gesundheit im Helios Park-Klinikum Leipzig, sorgten für einen wertschätzenden und liebevollen Einstieg in die Jubiläumsveranstaltung und machten deutlich, welche Bedeutung das BTZ in den vergangenen Jahren für die Region Leipzig und darüber hinaus gewonnen hat.
Nach dem Jubiläumsteil rückte die Fachtagung in den Mittelpunkt. Dr. Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales a.D., eröffnete mit einem spannenden Vortrag und gab wertvolle Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der beruflichen Teilhabe. Im anschließenden Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Katarina Stengler und Marko Daubitz wurde vertiefend auf das Thema eingegangen, unterschiedliche Perspektiven aufgegriffen und gemeinsam diskutiert.
Nach der Mittagspause folgte das zweite Referat des Tages. Prof. Dr. Georg Schomerus, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Leipzig, widmete sich der Entstigmatisierung psychisch erkrankter Menschen. Mit anschaulichen Beispielen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und einem Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen gelang es ihm, ein Thema greifbar zu machen, dass viele Menschen betrifft und bewegt.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Gruppe „Kleine Nachtmusik“, die mit ihren Live-Beiträgen immer wieder für eine angenehme und festliche Atmosphäre sorgte. So entstand ein Rahmen, der sowohl feierlich als auch persönlich wirkte.
Ein Jubiläum, das Mut macht
Alle Beiträge des Tages waren wunderbar unterhaltsam, informativ und praxisnah. Sie boten spannende Einblicke in die aktuelle Situation psychisch betroffener Menschen und zeigten zugleich auf, welche Chancen durch passende und vor allem frühzeitige Unterstützungsangebote entstehen können.
Die ersten zehn Jahre des BTZ am BFW in Leipzig liegen nun hinter uns. Die spannenderen liegen vermutlich noch vor uns. Die Fragen, die uns antreiben, sind dabei aktueller denn je: Wie können wir Versorgung weiter verbessern? Wie Menschen noch passgenauer unterstützen? Und welchen Beitrag können wir zu einer Gesellschaft leisten, in der Teilhabe selbstverständlich ist?
Am Ende des Tages waren sich Gäste, Referierende und Organisierende einig. Diese Veranstaltung war eines Jubiläums würdig. Sie verband Rückblick und Zukunft, Fachlichkeit und Menschlichkeit sowie Austausch und Begegnung auf beeindruckende Weise.
Zehn Jahre BTZ am BFW in Leipzig stehen für Engagement, Kompetenz und gelebte Teilhabe. Und wenn die vergangenen zehn Jahre eines gezeigt haben, dann dies, dass die Erfolgsgeschichte des BTZ noch lange nicht zu Ende geschrieben ist. Sie geht weiter: mit vielen guten Ideen, starken Partnern und dem gemeinsamen Ziel, Menschen auf ihrem Weg zurück ins BerufsLeben zu begleiten.
Am 03. Juni 2026 wurde es im BFW Leipzig wieder kreativ, unterhaltsam und überraschend komisch. Von 16:00 bis 20:00 Uhr verwandelte sich die Aula beim zweiten Q-Slam in eine Bühne für Qualität, Ideen und jede Menge gute Laune. Die gemeinsame Veranstaltung des DGQ-Regionalkreises Leipzig und des BFW Leipzig bewies einmal mehr eindrucksvoll, dass Qualitätsmanagement keineswegs trocken sein muss.
Rund 15 Teilnehmende aus dem Bereich des Qualitätsmanagements kamen zusammen, um gemeinsam zu lachen, zu diskutieren und Qualität aus völlig neuen Blickwinkeln zu betrachten. Im Mittelpunkt standen vier Slam-Beiträge, die kreativer, origineller und humorvoller kaum hätten sein können. Mit viel Charme, Wortwitz und überraschenden Perspektiven wurde das Thema Qualität auf die Bühne gebracht und sorgte immer wieder für begeisterten Applaus.
Mitmachen ausdrücklich erwünscht
Für zusätzliche Unterhaltung sorgten die beiden Mitmachaktionen von Markus Kinds, Leiter des DGQ-Regionalkreises Leipzig und Head of Group Quality Management bei Schnellecke Logistics AG. Die Teilnehmenden ließen sich nicht lange bitten und machten mit großer Begeisterung mit. Dabei wurde nicht nur gelacht, sondern auch deutlich, dass Qualität vom Austausch, vom Mitdenken und manchmal eben auch vom gemeinsamen Schmunzeln lebt.
Ein weiteres Highlight des Nachmittags war der erste offizielle Auftritt des „Homo Qualitus“. Die von Joachim Heißner, stellvertretender Leiter des DGQ-Regionalkreises Leipzig, verkörperte Figur, brachte das Publikum mehrfach zum Lachen und sorgte für reichlich Gesprächsstoff. Eines scheint sicher, dies dürfte nicht der letzte Auftritt des sympathischen Qualitätswesens gewesen sein.
Besonders spannend wurde es bei der Frage, ob Titelverteidigerin Marita Großer ihren Erfolg vom vergangenen Q-Slam wiederholen könnte. Die Erwartungen waren hoch und ihre Performance überzeugte erneut. Dennoch musste sie ihren Titel an einen neuen Slam-Champion abgeben.
Wer den begehrten Sieg davonträgt, entschied traditionell das Publikum mit Hilfe des beliebten Applausometers. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie knapp die Entscheidungen ausfallen können, wenn Kreativität, Humor und Qualität aufeinandertreffen. Am Ende durfte sich Marcel Schmidt von der Drescher Consulting GmbH über den lautesten Applaus und den Sieg freuen.
Damit steht bereits die große Frage für den nächsten Q-Slam im Raum: Kann Marcel Schmidt seinen Titel erfolgreich verteidigen oder wird 2027 ein neuer Champion die Bühne erobern?
Am Ende waren sich alle Anwesenden einig. Der zweite Q-Slam war ein voller Erfolg. Vier Stunden voller guter Laune, inspirierender Beiträge, gemeinsamer Aktivitäten und vieler fröhlicher Gesichter.
Doch damit war das Programm noch nicht beendet. Zum Abschluss stand die Wahl des DGQ-Regionalkreises auf der Tagesordnung. Die Abstimmung verlief harmonisch und einvernehmlich. Selbstverständlich durften anschließend die Glückwünsche, Gratulationen und der gemeinsame Austausch nicht fehlen.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden, Mitwirkenden und Organisatoren für ihr Engagement, ihre Kreativität und ihre Begeisterung. Schon jetzt freuen wir uns auf den nächsten Q-Slam – hoffentlich mit noch mehr Gästen, neuen Ideen und mindestens genauso viel guter Stimmung.
Denn eines hat dieser Nachmittag eindrucksvoll gezeigt: Qualität kann nicht nur Prozesse verbessern. Sie kann auch bestens unterhalten.
Wir sind gespannt auf die nächste Runde und freuen uns schon jetzt auf weitere Qualität mit echtem Kultfaktor!
Zwei Jahre voller Lernen, Herausforderungen und Erfolg liegen hinter den 93 Absolventinnen und Absolventen, die Anfang Juni ihre Hauszeugnisse des BFW Leipzig in Empfang nahmen.
Feierlich wurden die Teilnehmenden der gewerblich-technischen und kaufmännischen Kurse im BFW Leipzig verabschiedet. Noch stehen bei einigen die Kammerprüfungen aus. Dann beginnt ein neues Kapitel und sie können endlich wieder ins Berufsleben einsteigen.
Neben den Zeugnissen gab es auch besondere Auszeichnungen für herausragende Leistungen. Besonders freuen wir uns über 12 Teilnehmende mit Spitzennoten zwischen 1,0 und 1,5. Darunter erzielte ein Teilnehmer sogar die Note 1,0.
Diese tollen Ergebnisse spiegeln nicht nur den Einsatz der Teilnehmenden wider, sondern auch die exzellente Arbeit unserer Ausbilder*innen, der Personalberatenden im Reha-Management und unserem Psychologen-Team. Mit ihrem Fachwissen und Engagement haben sie die Teilnehmenden bis zu diesem Tag engagiert begleitet.
Wir gratulieren von Herzen zu diesem Erfolg und drücken die Daumen für die anstehenden Prüfungen vor den jeweiligen Kammern.
Viel Glück und alles Gute!
„Die Sitzung ist eröffnet.“
Mit diesem Satz begann Punkt 13:00 Uhr im BFW Leipzig eine fiktive, aber realitätsnahe Gemeinderatssitzung. Mit formgerechter Begrüßung der Anwesenden, der Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und der Beschlussfähigkeit eröffnete der Sitzungsleiter die 2. Gemeinderatssitzung im Jahr 2026 der Lernbehörde „Gemeinde Auensee“.
Die Teilnehmenden der Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten (m/w/d), Fachrichtung Landes- und Kommunalverwaltung, schlüpften an diesem Tag in die Rollen von Gemeinderätinnen und Gemeinderäten. Was folgte, war eine lebendige und gleichzeitig fachlich anspruchsvolle Sitzung, die zeigte, wie praxisnah Lernen im BFW Leipzig gestaltet wird. Und am Ende spielte eine kleine goldene Statue eines rätselhaften Vogels eine ganz große Rolle.
Auch zahlreiche Gäste verfolgten den Verlauf der Sitzung, darunter Lehrkräfte, Personalberaterinnen und Personalberater im Reha-Management sowie Dana Waskow, Fachbereichsleiterin der kaufmännischen Umschulungen.
Diskussionen wie im echten Gemeinderat mit turbulenten Momenten
Verschiedene Tagesordnungspunkte (TOP) standen an: vom Ausscheiden der Gemeinderätin Katrin Vogt bis hin zur Abstimmung über den Bebauungsplan Nr. 123.
Besonders lebhaft wurde es bei TOP 7, als die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte über die Einführung einer autofreien Innenstadt diskutierten. Jede Seite brachte überzeugenden Pro- und Contra-Argumente vor.
Dieses Thema erregte auch im Publikum die Gemüter. Mehrere lautstarke Zwischenrufe sorgten dafür, dass der Sitzungsleiter zur Ordnung rufen musste. Die Situation eskalierte kurzzeitig so weit, dass ein Gemeinderatsmitglied zum Ordnungsdienst berufen wurde.
Dieser begleitete schließlich eine Person nach wiederholter Störung aus dem Saal. Letztendlich handelte es sich dabei um einen Ausbilder und die Störung war nur inszeniert. Aber auch das zeigt, wie die Ausbildung durchweg versucht, die Gemeinderatssitzung so realistisch wie möglich zu veranstalten.
Lernbehörde Gemeinde Auensee bedeutet Praxis erlebbar machen
Doch hinter der fiktiven Gemeinderatssitzung steckt mehr als ein Rollenspiel. Sie ist nicht einfach nur eine einzelne Unterrichtseinheit. Die Gemeinderatssitzung wird vorab geplant, organisiert und anschließend durchgeführt. Sämtliche Tagesordnungspunkte werden von den Teilnehmenden eigenständig vor- und ausgearbeitet. Dazu gehört auch die Erstellung eines Amtsblattes, das vor der Veranstaltung verteilt wurde. Alle Themen der Gemeinderatssitzung sind dabei prüfungsrelevant und dienen gleichzeitig der Prüfungsvorbereitung.
Die Teilnehmenden trainieren dadurch realistische Verwaltungsabläufe. Sie verbinden ihr theoretisches Wissen direkt mit praktischer Anwendung. Gleichzeitig stärken sie wichtige Kompetenzen wie Kommunikation, Entscheidungsfähigkeit, Teamarbeit und sicheres Auftreten. Dies sind alles Fähigkeiten, die sie im späteren Berufsalltag in der Landes- und Kommunalverwaltung benötigen.
Genau diese Mischung aus Fachlichkeit, Eigeninitiative und lebendigem Austausch macht die Lernbehörde zu einem besonderen Bestandteil der Umschulung im BFW Leipzig. Erfahrene Ausbilderinnen und Ausbilder begleiten die Teilnehmenden praxisnah.
Die Statue der goldenen Urwaldstelze
Zum Schluss der Veranstaltung kam es zu einem der wohl ungewöhnlichsten Tagesordnungspunkte: die feierliche Einweihung des Zuchtprojektes der Auenseer Urwaldstelze im Tierpark Auensee.
Im Rahmen dessen überraschten die Teilnehmenden ihre Ausbilderin Frau Steller mit einer Auszeichnung als „Ehrenbürgerin“ und der goldenen Figur der sagenumwobenen Urwaldstelze.
Was für Außenstehende kurios klingt, ist innerhalb der Lernbehörde längst ein Running Gag, der die Lernbehörde schon seit mehreren Durchläufen begleitet und mittlerweile Kultstatus erreicht hat.
Zum Abschluss der Veranstaltung bedankte sich Herr Wittig, Ausbilder im BFW Leipzig, bei allen Teilnehmenden für ihr Engagement, vor allem vor dem Hintergrund herausfordernder Umstände während der Projektphase. Umso mehr hob er den guten Teamgeist und die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Gruppe hervor.
Die Lernbehörde Gemeinde Auensee zeigt, dass die Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten im BFW Leipzig nicht nur praxisnah und lehrreich ist, sondern auch richtig Spaß macht!