„Projektmanagement“ – ein Begriff, der in vielen Lehrplänen steht. Doch statt stundenlang nur über die Theorie zu reden, hieß es für die angehenden Kaufleute im Büromanagement der AQUA* 25/02 „Learning by Doing“. Und so entstand aus einer Projektidee ein ganzer Vormittag voller Aktionen, der den Besucherinnen und Besuchern Nachhaltigkeit im eigenen Alltag näherbrachte und greifbar machte.
Statt in den Unterrichtsräumen zu sitzen, bauten die acht Organisatoren am 15. Juli in der Außenstelle des BFW Leipzig in Chemnitz verschiedene Stationen auf. Von Upcycling über Spendenaktionen bis hin zu praktischen Workshops zeigte der Tag, wie praxisnah berufliche Rehabilitation sein kann.
Franziska Stange, Leiterin der Außenstelle in Chemnitz, war begeistert: „Dieser Tag war etwas Besonderes! Die Teilnehmenden haben nicht nur ihr Organisationstalent unter Beweis gestellt, sondern auch gezeigt, wie viel Freude Nachhaltigkeit bereiten kann. Projekte wie diese zeigen, was unsere Umschulungen ausmachen: Lernen durch Tun, mit Herz und Verstand.“
Von der Mülltrennung bis zum Projekttag: Wie alles begann
Bereits im Vorfeld hatte sich die Gruppe der Inklusionsgestützten Erstausbildung kaufmännisch in einem Projekt mit der Neuorganisation der Mülltrennung in der Chemnitzer Außenstelle beschäftigt. Dabei hatten sie nicht einfach nur Schilder aufgeklebt, sondern ein „Müll-ABC“ entwickelt, das jeder versteht. Warum das wichtig ist? Weil Nachhaltigkeit oft im Kleinen beginnt. Und weil es zeigt, dass auch solche Projekte große Wirkung haben können.
Genau wie dieses Projekt, verfolgte auch der Projekttag der AQUA 25/02 das Ziel, Umweltbewusstsein zu stärken und Ressourcenschonung praxisnah zu vermitteln. Damit das gelingen konnte, war im Vorfeld einiges zu tun: von der Zieldefinition über die Erstellung von Checklisten bis hin zur Aufgabenverteilung. Erst dann konnte der Tag mit einem abwechslungsreichen Programm mit verschiedenen Stationen starten:
- Upcycling-Stationen: aus alten Schallplatten wurden Wanduhren gestaltet, Insektenhotels entstanden aus natürlichen Materialien und Stoff- und Wollreste wurden weiterverwertet
- Textildruck: u.a. alte T-Shirts und Jutebeutel wurden mit Siebdruck oder Bügelbildern individuell gestaltet und aufgehübscht.
- Reparieren statt wegwerfen: in der Fahrradwerkstatt gab es praktische Tipps zur Pflege und Reparatur von Fahrrädern.
- Informationsfilm und Quiz zum Thema Nachhaltigkeit
Ein weiteres Highlight war das Buffet. Die leckeren Snacks waren nicht neu gekauft! Stattdessen haben die Teilnehmenden Lebensmittel gerettet, die sonst weggeworfen worden wären, obwohl sie noch essbar waren. Nachhaltigkeit schmeckt nicht nur gut, sie schont auch den Geldbeutel.
EURECA-PRO: Wissenschaft meets Praxis
Ein besonderer Gast waren Vertreterinnen der European University on Responsible Consumption and Production, kurz EURECA-PRO. Dieses Hochschulnetzwerk vereint neun interdisziplinäre Bildungs- und Forschungseinrichtungen aus ganz Europa. Es setzt sich für die Förderung von Nachhaltigkeit in Hochschulbildung, Forschung und Gesellschaft ein und orientiert sich dabei am Entwicklungsziel 12 der Vereinten Nationen „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“.
Zu den Mitgliedern zählt auch die Hochschule Mittweida, von welcher Maria Speck und Nancy Komrowski am Chemnitzer Projekttag teilnahmen.
An ihrem Infostand gaben sie Tipps, wie man Lebensmittelverschwendung durch u.a. die richtige Lagerung der Lebensmittel im Kühlschrank vermeidet und klärten über die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums auf.
Vertreterinnen von EURECA-PRO mit der BFW Leipzig Geschäftsführerin Cornelia Dittmann, Außenstellenleiterin Franziska Stange sowie den Mitarbeiterinnen Frau Gritz und Frau Wortmann
Spendenaktion: Kronkorken für den guten Zweck
Parallel zum Projekttag organisierten die angehenden Kaufleute für Büromanagement zudem eine Spendenaktion und sammelten über Wochen hinweg Kronkorken und Metalldosen. Dabei kamen 320 kg zusammen, was einem Betrag von 32 Euro entspricht. Die Spendensumme wurde vom BFW Leipzig auf 320 Euro aufgestockt und an den Elternverein krebskranker Kinder e.V. in Chemnitz überwiesen.
Der Projekttag „Nachhaltigkeit (er)leben“ zeigte, wie Theorie und Praxis in der kaufmännischen AQUA-Umschulung des BFW Leipzig verbunden werden. Die Teilnehmenden setzten nicht nur nachhaltige Ideen um, sondern erwarben dabei wertvolle Fähigkeiten für ihren Berufsalltag.
Solche Projekte sind ein zentraler Bestandteil unserer Umschulungen und bieten die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu arbeiten und praktische Erfahrungen zu sammeln.
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Mehr Infos zur AQUA-Umschulung in Leipzig gibt´s hier: